Masterarbeiten

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Masterarbeiten 2017

Schadstoffdetektions- und Kontrollmöglichkeiten der Korrosionsmesssysteme »MUSECORR« und »ODDY«. Vergleichende Anwendung und Bewertung der Messsysteme im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Masterarbeit von
Henriette Henning, 2017

1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Prof. Frank Reichert

In den letzten 15 Jahren ist eine spürbare Sensibilisierung und Notwendigkeit für den Umgang mit Schadstoffbelastungen und deren Überwachung in Museen und Sammlungen zu verzeichnen. Um dem Defizit der bislang unzureichenden Schadstoffprävention in Museen zu begegnen und das Gefährdungspotenzial von Schadgasen auf Sammlungsgüter einschätzen zu können, wurden zielgerichtet für den musealen Sektor spezielle Messmethoden entwickelt, die auf die Erfassung einer korrosiven Wechselwirkung abzielen. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen dieser Masterarbeit das jüngst entwickelte Korrosionsmesssystem »MUSECORR« aus konservatorischer und wirtschaftlicher Sicht in einem realen musealen Kontext untersucht und im Vergleich mit dem nicht-kommerziellen Oddy Test unter Normalbedingungen evaluiert. Die Anwendung und Erprobung der Korrosionsmessverfahren wurde in ausgewählten und repräsentativen Ausstellungs- und Präsentationssituationen des Leipziger GRASSI Museums für Völkerkunde vorgenommen. Anhand der über einen Zeitraum von sechs Monaten ermittelten Ergebnisse wurden die korrosiven Umgebungsbedingungen ausgewählter Ausstellungsräume und Vitrinen zunächst analysiert und in Verbindung mit klimatischen und laboranalytischen Referenzmessungen sowie einer einhergehenden Untersuchung der inneren und äußeren Einflussfaktoren ausgewertet und interpretiert. Die Verknüpfung der Untersuchungsergebnisse resultierte in der Entwicklung individueller Präventionsmaßnahmen sowie einem nach konservatorischen Anforderungen erfolgtem Vergleich, auf dessen Grundlage eine Empfehlung für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Museen und Sammlungen ausgesprochen werden konnte.

Masterarbeiten 2016

Schwingungsbelastungen und das daraus resultierende Risikopotential für keramische Objekte - Eruierung des Schädigungspotentials anhand von keramischen Prüfkörpern ausgelöst durch ein innerstädtisches Belastungsprofil
Masterarbeit von Gina Eichmüller, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Dr.-Ing. Kerstin Kracht; 3. Gutachter:  Dipl. – Ing. Alexander Skupin

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit den auftretenden Schwingungen eines innerstädtischen Belastungsprofils und dessen mechanisches Risiko für Kulturgut aus Keramik.
Die Arbeit wurde von der Fragestellung geleitet, wie es möglich ist, anhand verschiedener Versuchsreihen und einer eingehenden Zustandsdokumentation Gefahren und Risiken einer mechanischen Beanspruchung durch einen innerstädtischen Kunsttransportes in Berlin mit einem luftgefederten Lastkraftwagen einzuschätzen und zu bewerten.
Durch die Verknüpfung der Ergebnisse eines Feldversuches, mehreren Laborversuchen und eingängigen Zustandsanalysen, wird anhand von keramischen Prüfkörpern ein Schädigungs-potential abgeleitet. Zusätzlich werden daraus aktuelle Problematiken zur Schwingungsimmission im Kulturgütertransport von dreidimensionalen Objekten dargelegt. Mit dem Aufbau und der Umsetzung der Prüfstände und mit einem in diesem Rahmen eingemessenem Belastungsprofil wird ein Grundstein gelegt, wie es künftig möglich ist auch für andere Kunstgüter aus anderen Materialien das Risiko systematisch einzuschätzen.

Anwendungsmöglichkeiten des Fused Deposition Modeling (FDM) 3D-Druckverfahrens in der Restaurierung - Materialanalyse und Adaption.
Masterarbeit von Irene Pamer, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Dr. Olaf Wilke

Die Anwendung des kostengünstigen Fused Deposition Modeling (FDM) 3D-Druckverfahrens in der Konservierung und Restaurierung wird erschwert durch die Vielzahl an 3D-Druckmaterialien aus Kunststoffen, deren Zusammensetzung oft nicht bekannt ist. Da durchaus Potential in dieser Technologie zur Erstellung von u.a. Stützkonstruktionen für anspruchsvolle Objekte besteht, liegt der Kern dieser Arbeit in der Materialanalyse ausgewählter 3D-Druckmaterialien für das FDM-3D-Druckverfahren. Dabei wird mit einem durch Kriterien definierten Auswahlverfahren und mit instrumentellen Analysen versucht, ein für temporäre und permanente Zwecke geeignetes 3D-Druckmaterial zu detektieren.
Um den Kreislauf der 3D-Technologie vom 3D-Scan, der visuellen Bearbeitung und dem 3D-Druck zu schließen, folgt die praktische Umsetzung dieser drei Posten. Vorher getestete und als geeignet empfundene 3D-Druckmaterialien werden zur Konzipierung von Stützkonstruktionen für originale archäologische Objekte verwendet und bewertet.

Ein nassgelagerter Hortfund aus Stralsund – Untersuchungen und Konzepterstellung zur Konservierung und Restaurierung“
Masterarbeit von Johanna Pröbstle, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Dr. Jana Gelbrich

Die Masterarbeit handelt von der Erstellung eines Restaurierungs- und Konservierungskonzeptes für einen nassgelagerten Hortfund mit Kompositobjekten, welcher aus einer Stadtgrabung in Stralsund stammt. Hierzu werden verschiedene Verfahren besprochen und diese in Probereihen getestet. Anhand der Ergebnisse wurde daraufhin ein Konzept für den Komplex erstellt und an ausgesuchten Objekten die Trocknung getestet. Abschließend wurden die Ergebnisse kritisch betrachtet.

Forschungen zum Einfluss von Hydrophobierungsmitteln auf Wollfilz bezüglich des Erhaltungszustandes der Wollfasern während der Bodenlagerung
Masterarbeit von Nicole Rische, 2016

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien

In der Archäologie gewinnen organische Funde kontinuierlich an Aufmerksamkeit. Das Abbauverhalten natürlicher Fasermaterialien von Textilien ist weitestgehend bekannt. Doch was passiert, wenn andere Variablen hinzukommen? Diesem Thema kann sich über die Hutmacherei genähert werden. Diese bediente sich chemischer Appreturen, um Hüte in Form zu bringen und diese zu halten. Anhand einer Probereihe wird der Einfluss zweier
Hydrophobierungsmittel aus dem 19. Jahrhundert auf den Erhalt rezenter Wollfasern während der Einwirkung ausgewählter Umweltfaktoren untersucht. Die Auswirkungen der Bewitterung werden durch optische und thermoanalytische Methoden dokumentiert und mit Referenzproben verglichen. Neben der Frage, wie die Hydrophobierungsmittel den Erhalt der Wollfasern beeinflussen, wird diskutiert, inwiefern sich die entwickelte Methodik für eine systematische Untersuchung eignet. Das Ziel ist, eine Methodik zu entwickeln, die es ermöglicht, mehr Aufschluss über die Vielfältigkeit der Einflussfaktoren auf den Erhalt archäologischer Textilien zu gewinnen.

Masterarbeiten 2015

Die Entwicklung eines Verfahrens zur Reinigung von archäologischem Textil am Beispiel eines Berghabits aus Hettstedt
Masterarbeit von Oliver Baumgart, 2015


1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die vorliegende Arbeit thematisiert ein Reinigungsverfahren zur Behandlung von archäologischem Textil. Gegenstand der Untersuchungen ist die Paradeuniform eines bestatteten Bergmanns. Aufbauend auf den Ergebnissen der Untersuchungen hinsichtlich des Erhaltungszustandes und Zustandsursachen wird ein Reinigungskonzept entwickelt. Der Einfluss von Komplexon III und einem Essigsäure-Acetat-Puffer auf den Reinigungsvorgang wird in einer Probereihe untersucht und diskutiert. Unter der Zuhilfenahme messtechnischer Apparaturen wird die Reinigung exemplarisch an zwei Textilfragmenten im Aerosolunterdruckverfahren durchgeführt. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Kontrollierbarkeit des Reinigungsvorganges gelegt.


Kunsttechnologische Untersuchung eines Elfenbeinkästchens des 19.Jahrhunderts - Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts unter Einbindung der hinduistischen Malerei

Masterarbeit von Janina Burkart, 2015

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachter: Toralf Gabsch

Mit Unterstützung des Museums für Asiatische Kunst konnten Untersuchungen an einem bemalten Elfenbeinkästchen vorgenommen werden, welches in dieser Form kaum naturwissenschaftlich erforscht ist. Diese Schatulle ist für die neue Ausstellung im Bereich des indischen Kunsthandwerks im Humboldt-Forum vorgesehen und wird der Öffentlichkeit erstmalig präsentiert. Ziele dieser Arbeit waren erste Erkenntnisgewinne zur Mal- und Herstellungstechnik zu sammeln und Vorschläge zur Konservierung und Restaurierung zu erbringen. Im weiteren Rahmen wurden Untersuchungen zur Klimatisierung, dessen Schwerpunkt auf der Luftfeuchtigkeit lag, sowie Analysen zur Identifizierung der Materialien vorgenommen. Anschließend werden Konzepte für die Konservierung und Restaurierung vorgestellt.
 

Zwei frühneuzeitliche Bleiglasfenster aus Fincken, Materialtechnische und kulturhistorische Erschließung der Objektmaterialien und Entwicklung eines konservatorisch-restauratorischen Konzepts unter besonderer Berücksichtigung der Glaskomponente
Masterarbeit von Daniela Drechsler, 2015


1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff

Die Masterarbeit befasst sich mit zwei frühneuzeitlichen Bleiglasfenstern, die bei Ausgrabungen eines Turmhügels in Fincken, durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, im Jahr 2013 im Block geborgen wurden.  Die Besonderheit der Objekte liegt vor allem in ihren größtenteils erhaltenen Bleinetzen, die nur äußerst selten während archäologischer Untersuchungen gefunden werden.  Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Erschließung der Materialität, des Erhaltungszustandes und des Aufbaus der teils stark verformten Kompositobjekte anhand umfassender naturwissenschaftlicher Untersuchungen. Darauf aufbauend wird ein konservatorisches und restauratorisches Konzept erstellt, in dem der Fokus vor allem auf den Möglichkeiten und Grenzen der Erhaltung der abblätternden Verwitterungsschichten des Flachglases liegt.  Die gewonnenen Informationen über die Objekte bilden die Grundlage für eine zeichnerische Rekonstruktion der Bleiglasfenster.


Untersuchungen zur Erhaltung eines stark abgebauten archäologischen Textil aus Tayma, Saudi Arabien. Möglichkeiten und Grenzen der Konsolidierung mit Aerosolen
Masterarbeit von Bianca Dreisow, 2015


1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der materialtechnischen und kulturhistorischen Erschließung sowie der langfristigen Erhaltung eines archäologischen Textils. Die Problematik ergibt sich aus dem durch fortgeschrittene Abbauprozesse gekennzeichneten Erhaltungszustand. Demnach wird eine Konsolidierung in Betracht gezogen, diskutiert sowie die Möglichkeiten einer geeigneten Methode untersucht. Es werden verschiedene Konsolidierungsmittel, schwerpunktmäßig Stärke- und Cellulosederivate, auf ihre Eignung in der Textilrestaurierung überprüft und die Anlagerung der Klebstoffe an die Fasern des Textilgefüges untersucht. Hierfür wird die Applikation der Tränkung mit der Aerosolbehandlung an einem rezentem Flachsgewebe verglichen. Desweiteren wird eine Aerosolkonsolidierung an archäologischen Probetextilien  durchgeführt. Mit Hilfe von rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen werden dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Konsolidierung mit Aerosolen aufgezeigt. Dabei wird ersichtlich, dass eine Konsolidierung den gestellten Anforderungen an die langfristige Stabilisierung des stark abgebauten Textils nicht gerecht werden kann. Das auf diese Untersuchungen basierende Konzept beschränkt sich daher auf präventive Konservierungsmaßnahmen, die den Rücktransport nach Tayma und die Langzeitlagerung vor Ort berücksichtigen.

 
Die meroitische Wandmalerei des Muttempels aus dem sudanesischen Wad Ben Naga - Maltechnische Analyse und Entwicklung eines Dokumentationssystems für Wandmalerei auf ungebranntem Lehmputz
Masterarbeit von Alexander Gatzsche, 2015


1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Dr. Jana Helmbold-Doyé

2012 konnten im sudanesischen Wad Ben Naga im Hauptheiligtum eines meroitischen Tempels (1. Jh. n. Chr.) erste Fragmente umfangreicher polychromer Wandmalerei auf ungebranntem Lehmputz geborgen werden. Angesichts der besonderen Komplexität des Befundes musste ein Dokumentationssystem entwickelt werden, welches gewährleisten sollte, diesen außergewöhnlichen Objekttyp möglichst umfassend und effektiv zu dokumentieren. Nur so kann die Basis für spätere Rekonstruktionen der Malerei gelegt werden. Aufgrund der besonderen Erhaltung und der sehr umfangreichen und vielseitigen Farb- und Materialpalette, konnten Proben mit der Genehmigung der National Coorporation for Antiquities and Museums der Republik Sudan nach Europa ausgeführt werden, um diese auf ihre Zusammensetzung und Maltechnik hin zu analysieren. Sowohl Dokumentationssystem, als auch die darauf aufbauende maltechnische Analyse sind Inhalt dieser Masterarbeit.

 
Die Untersuchung des Schädigungspotenzials von Klimaschwankungen für die Sammlung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. Eine Verknüpfung von Langzeitklimadaten, Lasertriangulationsmessungen und Timelapse-Fotografie zur Materialanalyse und Entwicklung eines energieeffizienten Klimatisierungskonzeptes.
Masterarbeit von Katharina Kuntz, 2015


1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Birgit Müller

Um den generellen Diskussionen über die steigenden Energiepreise, den Emissionsausstoß und den ökologischen Wandel zu begegnen, werden in der Museumslandschaft seit geraumer Zeit die bisher zur präventiven Konservierung von Kunst- und Kulturgut geltenden eng gefassten Klimatisierungsstandards, deren Einhaltung eine kosten- und energieintensive Technik erfordert, diskutiert. Dabei spielen die differenzierte Betrachtung der individuellen Gegebenheiten einer Sammlung und die spezifischen Materialanforderungen der Objekte eine wesentliche Rolle. Zur Entwicklung eines nachhaltigen und zugeschnittenen Klimatisierungskonzeptes für das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité wurden die Ergebnisse einer Langzeitklimamessung eingehend analysiert und die Entstehung der Raumbedingungen einschließlich der Rolle und des Potenzials des Gebäudes mit seinen inneren und äußeren Einflussfaktoren interpretiert. Gleichzeitig wurden die Auswirkungen der Klimafluktuationen auf die Objektmaterialien der Sammlung unter realen Bedingungen mittels Lasertriangulation und Timelapse Fotografie untersucht. Beide Messmethoden lieferten kontinuierlich präzise Daten und ermöglichten Aussagen zum Schädigungspotenzial der Umgebungsbedingungen. Zur Auswertung der gewonnen Daten konnte ein System entwickelt werden, das eine standardisierte Herangehensweise und eine vergleichende Betrachtung zulässt. Die Verknüpfung aller Untersuchungsergebnisse resultierte in einer Strategie zur Kontrolle des Innenraumklimas, die neben dem Charakter des Museums und den Eigenschaften der Sammlung ebenfalls Umsetzbarkeit und Energieeffizienz berücksichtigt.

 
Textiltechnologische Untersuchungen zur Rekonstruktion und kulturhistorischen Einordnung einer Totenkleidung . Die Bergmännische Oberbekleidung aus einer Bestattung in Hettstedt, Sachsen-Anhalt
Masterarbeit von Silke Wiedmann, 2015


1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff

Die vorliegende Arbeit behandelt die Totenkleidung eines bestatteten Bergmanns aus Hettstedt im Mansfelder Land, die zum Teil als Block geborgen wurde. Anhand einer ausführlichen Erfassung, material- und gewebetechnischen Untersuchungen der Kleidung und des Kleideraufbaus können Teile der Oberbekleidung rekonstruiert werden. Durch die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bergkleidung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Mansfelder Land und den angrenzenden Bergrevieren gelingt es, die Kleidung als Puffjacke zu identifizieren, die von Bergmännern mittlerer und höherer Ränge zu festlichen Anlässen getragen wurde. Damit kann die vorliegende Kleidung in ihrer Funktion als tatsächlicher Bergmannshabit von einer nur zu Bestattungszwecken angefertigten Totenbekleidung abgegrenzt werden.

Masterarbeiten 2014

Eisenentsalzung mit Kompressensystemen an Kompositobjekten - Möglichkeiten und Grenzen.
Masterarbeit von Christine Leßmann, 2014

1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Christian Heinrich Wunderlich

In der vorliegenden Arbeit soll anhand eines archäologischen Klappmessers mit Knochengriff eine Entsalzungsmethode für Kompositobjekte gefunden werden. Probleme bei solchen Objekten treten bei der Aufbewahrung auf, da sie unterschiedliche Anforderungen an die Klimabedingungen stellen, um erhalten werden zu können. Archäologisches Eisen ist durch hydrophile Chloridverbindungen gefährdet, einer Nachkorrosion zu unterliegen und dabei völlig zerstört zu werden, wohingegen Knochen bei zu geringer Luftfeuchte zu schwinden und zu reißen beginnt. Auf eine Entsalzung der Eisenteile solcher Objekte wurde bisher meist verzichtet, da die alkalische Badentsalzung die Organik schädigt oder vollständig zerstört. Es wird die Entsalzung mit Kompressensystemen erprobt, mit dem Ziel vergleichend festzustellen, ob eine Eisenentsalzung damit möglich ist und welches System sich am besten eignet. Dazu werden Versuche an archäologischen Probekörpern durchgeführt und deren Ergebnisse anhand des extrahierten Chlorid- und Restchloridgehalts ausgewertet. Für die Bearbeitung des Messers wird die beste Methode ausgewählt und am Objekt durchgeführt.


Die Dokumentation von Oberflächenphänomenen an einem gefassten Schild aus dem Ethnologischen Museum Berlin – Ein Methodenvergleich zwischen Reflectance Transformation Imaging und Structure from Motion.
Masterarbeit von Franziska Schlicht, 2014

1. Gutachter: Prof. Dr. Thomas Schenk, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Die vorliegende Arbeit behandelt den Vergleich zweier digitaler Dokumentationsverfahren, der Reflectance Transformation Imaging und der Structure from Motion, zur Erfassung komplexer Oberflachen von musealen Objekten. Das Ziel der Arbeit besteht in der Beantwortung der Fragestellung, ob RTI oder SfM fur die Dokumentation eines Kompositobjektes, dem so genannten „Türkischen Schild“ aus dem Ethnologischen Museum Berlin (SMB), geeignet sind und was ihre Eignung ausmacht. Anhand von systematischen Vergleichen der Teilaspekte: Anschaffungskosten, Zugänglichkeit und Einarbeitung in die Methoden, Darstellungsqualitäten und Anwendungen (Ergebnisse), sollen die beiden Methoden verglichen werden.

Masterarbeiten 2013

Durchführbarkeit von Risikomanagementsystemen - Eine Masterarbeit der HTW Berlin in Kooperation mit dem Stadtmuseum Ingolstadt
Masterarbeit von Marianne Landvoigt, 2013

1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Frank Reichert, 3. Gutachter: Dr. Gerd Riedel

Schwerpunkt der Präventiven Konservierung ist es, Kulturobjekte schon vor dem beginnenden Verfall zu schützen, anstatt sie anschließend zu restaurieren. In Zeiten von gekürzten Finanzmitteln ist es für staatliche, kulturelle Einrichtungen schwierig auf einem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik zu bleiben. Zudem sind die Gefährdungsmöglichkeiten für Kulturgüter komplex und schwer strukturierbar, so dass oftmals nicht zu entscheiden ist, wie das Budget sinnvoll einzusetzen ist. Zur Lösung dieser Problematik wurden seit den 1980er Jahren unterschiedliche Modelle für Risikomanagementsysteme entwickelt. Diese helfen, einzelne Gefährdungen systematisch zu erfassen und zu bewerten, sodass vermeidbare Risiken abgestellt und Risikopotentiale regelmäßig überprüft werden können. Im Rahmen dieser Abschlussarbeit wird ein Risiko-managementsystem in einer musealen Einrichtung angewendet, und, im Vergleich mit anderen Systemen, hinsichtlich seiner Durchführbarkeit analysiert. Zudem werden vorherrschende Risikopotentiale des Museums herausgearbeitet, bewertet und durchführbare Lösungsansätze zur Minderung entwickelt. Als Kooperationspartner dafür wurde das Stadtmuseum Ingolstadt gewonnen.


Ein nordindischer Miniaturaltar aus dem Ethnologischen Museum Berlin – Materialtechnologische Untersuchungen unter Berücksichtigung traditioneller Herstellungstechniken und Entwicklung eines Konservierungskonzeptes
Masterarbeit von Susanne Litty, 2013

1. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut, 2. Gutachterin: Katrin Specht M.A, 3. Gutachterin: Diplom-Restauratorin (FH) Mira Dallige Smith

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem aus Holz gefertigten und farbig gefassten Miniaturaltar aus dem Ethnologischen Museum Berlin. Die Verwendungs- und Herstellungstradition wird dabei zunächst unter kulturhistorischen Aspekten untersucht. Eine vor Ort in Indien durchgeführte Feldforschung soll Aufschluss darüber geben, inwiefern sich die traditionelle Herstellungstechnik der Altäre verändert hat. Des Weiteren wird das Objekt hinsichtlich seiner Materialtechnologie untersucht. Die ursprünglichen am Objekt verwendeten Materialien sollen identifiziert werden und von den Überarbeitungen, die sich in vielfältiger Form am Objekt zeigen, unterschieden werden. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Herstellungstechnik der Altäre und ihrer Entwicklung zu bekommen sowie ein Konservierungskonzept für den Altar zu formulieren.


Untersuchung zweier Spitzglasbecher aus Deersheim unter besonderer Berücksichtigung der verwendeten DDR-Produkte und der Frage der Neurestaurierung
Masterarbeit von Lony Nickel, 2013

1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Christian-Heinrich Wunderlich

Die folgende Arbeit befasst sich mit zwei in den 70er und 80er Jahren in der Deutschen Demokratischen Republik restaurierten Glasbechern. Bei den Objekten handelt es sich um zwei Spitzglasbecher aus dem 6. Jahrhundert. Die beiden Glasgefäße wurden zwischen 1964 und 1971 in einem Frauengrab in Deersheim (Sachsen?Anhalt) geborgen und mit unbekannten Materialien geklebt und ergänzt. Die Klebungen und Ergänzungsmassen sind heute zum Teil vergilbt, so dass der ästhetische Eindruck der beiden Objekte erheblich beeinträchtigt wird. Der Auftraggeber, das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, legt bezüglich der Ausstellungen sehr viel Wert auf Wahrnehmung, so dass ästhetisch unzulängliche Objekte sich in diese schlecht integrieren lassen. Aus dieser Problematik ergibt sich für die vorliegende Arbeit folgende Fragestellung: „Ist eine ästhetische Beeinträchtigung als Begründung für eine Neurestaurierung ausreichend?“ Auf der Grundlage dieser Frage soll diskutiert werden, inwieweit die Ästhetik bei der Restaurierung und Präsentation von Kulturgut von Belang ist. Für die Beantwortung der Frage, ob die Objekte neu restauriert werden sollen, ist es wichtig zu wissen, welche Restaurierungsmaterialien verwendet wurden, um so die Stabilität der Materialien, den Umfang der Maßnahmen und damit auch die Belastung für die Objekte abschätzen zu können. Es wurden Informationen zu den in der DDR für Glas verwendeten Restaurierungsmaterialien zusammengetragen, um eine eventuell notwendige Entfernung der alten Klebungen und Ergänzungen durch gezielte Informationen zu erleichtern. Die an den beiden Spitzglasbechern verwendeten Restaurierungsmaterialien wurden anschließend naturwissenschaftlich untersucht. Für eine mögliche Neurestaurierung stellt sich die Frage, welche Alternativen es heutzutage zu den zuvor verwendeten Restaurierungsmaterialien gibt. Nach der Prüfung der in der Glasrestaurierung bisher verwendeten Materialien werden die beiden Spitzglasbecher neu restauriert.


Handbücher und Leitfäden in der Restaurierung
Masterarbeit von Dorte Schaarschmidt, 2013

1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Handbüchern und Leitfäden in der Restaurierung. Sie ist in zwei Abschnitte gegliedert. Der erste befasst sich mit vorhandener Literatur aus den verschiedenen Fachbereichen und gibt einen Überblick über Auftreten und Verteilung. Der zweite Teil behandelt Handbücher speziell aus dem Fachbereich archäologisch-historisches Kulturgut und stellt ihre historische Entwicklung dar.


„Original oder Abguss? – Die Samarra-Stucke aus dem Museum für Islamische Kunst Berlin“ Bestandserfassung und Materialbestimmung an Tafeln aus ornamentiertem Stuckgips.
Masterarbeit von Saskia Mariam Sonntag, 2013

1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Die ersten archäologischen Grabungen in Samarra/Irak, der kurzzeitigen Abbasiden-Residenz im 9. Jh. n. Chr., fanden unter der Leitung von Ernst Herzfeld in zwei Kampagnen in den Jahren 1911 und 1912/13 statt. Die meisten der freigelegten Ziegelbauten der Stadt, ob Privathäuser oder Palastbauten, waren im Sockelbereich der Innenräume mit Wandverkleidungen aus ornamentiertem Stuck geschmückt. Von der Grabung sind rund 90 Stucktafeln, bei welchen es sich um ein Originale, aber auch um Gipsabgüsse handelt, in das Museum für Islamische Kunst gelangt, wo sie sich heute zum Teil in der Ausstellung, aber größtenteils in den Depots befinden. Um eine ausführlichere Präsentation in der Zukunft wieder möglich zu machen, wurden die Stucktafeln innerhalb der Masterarbeit ausgiebig untersucht. Nach einer ausführlichen Sichtung und Dokumentation der Bestände wurden ausgewählte Tafeln naturwissenschaftlich untersucht. Im Ergebnis liegen eine Ermittlung von Original und Abguss, eine Analyse der für Original und Abguss verwendeten Materialien sowie wichtige Erkenntnisse zu den Herstellungstechniken vor.

Masterarbeiten 2012

Die Konservierung eines verkohlten Elfenbeinkammes aus Tayma/ Saudi Arabien - Materialuntersuchungen sowie Reinigung und Festigung
Masterarbeit von Leila Asaad, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Diese Arbeit beschreibt die Untersuchung, Reinigung und Festigung eines verkohlten Elefantenelfenbeinkamms aus Tayma/ Saudi Arabien. Untersucht wurden unter anderem der Erhaltungszustand und alle mit der Verbrennung zusammenhängenden physikalischen und/oder chemischen Veränderungen. Um diese zu bestimmen wurden verschiedene Analysemethoden wie Raman-Spektroskopie, REM und TGA- Analyse angewendet. Der Werdegang für die Reinigung und Festigung wurde experimentell entwickelt. Die normalerweise an Beinobjekten verwendeten Reinigungs- und Festigungsmethoden wurden auf ihre Tauglichkeit für verkohlte Objekte geprüft und ausgewertet. Die Ergebnisse sind in dieser Arbeit festgehalten und bilden somit einen Leitfaden für Restauratoren zur Behandlung ähnlicher Objekte.


Implementierung der Präventiven Konservierung - Erarbeitung eines Zustandskataloges sowie eines Lagerungskonzeptes für einen archäologischen Großfund von Fensterglasfragmenten aus dem ehemaligen Zisterzienserinnen Kloster Zarrentin
Masterarbeit von Jamina Hirschberg, 2012


1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Wolfgang Müller

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit einem Massenfund aus annähernd 2500 Fragmenten aus archäologischem Fensterglas, welcher Scherben aus verschiedenen Epochen und Fenstern beinhaltet. Das Ziel ist es ein angepasstes Lagerungskonzept mit dem Schwerpunkt auf der Präventiven Konservierung zu erstellen. Hierfür wird über die Erfassung der Zustände ein Bildkatalog erarbeitet aufgrund dessen eine systematische Einordnung der Scherben in selbst definierte Zustandskategorien erfolgt. Diese Kategorien stellen die Grundlage des Lagerungskonzeptes dar. Abschließend werden die hier gesammelten Erfahrungen in Dokumentation, Bearbeitung und Handhabung zusammengefasst und in einem Leitfaden als Hilfestellung für den späteren Umgang mit Glasfragmentfunden dieser Größenordnung dokumentiert.


Mikrobiell induzierte Korrosion an bodengelagertem archäologischen Kulturgut aus Eisen - Konzept eines Versuchs zur Untersuchung des Einflusses für spezifische Fragen der Konservierung und Restaurierung
Masterarbeit von Dominika Lewicka, 2012


1. Gutachterin: Prof. Dr. Anja Pfennig, 2. Gutachter: Dr. Thomas Warscheid

Das Ziel der Masterarbeit ist die Konzeption eines Experiments mit dem es möglich ist, biotisch beeinflusste und definitiv abiotische Korrosionsphänomene an rezenten Probekörpern bei bodenlagerungsähnlichen Bedingungen zu erzeugen, kausal auszuwerten und zu vergleichen. Als theoretische Basis für das Verständnis werden die Teilbereiche archäologische Eisenmetalle, Bodenlagerung und mikrobiell induzierte Korrosion mit Hilfe von Beiträgen unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche in Relevanz zur Fragestellung charakterisiert. Es wird die innewohnende Komplexität des Themas aufgezeigt und ein Experimentmodell vorgeschlagen, das diese unter Beibehaltung realitätsnaher Wechselwirkungen eingrenzt. Obschon der Rahmen der Arbeit die Diskussion naturwissenschaftlicher Phänomene ist, erfolgt diese stets in Bezug auf die zu bewahrenden Werte an archäologischen Objekten. Die Inhalte werden im ersten Teil in Bezug auf archäologische Objekte zusammengetragen, in Teil zwei diskutiert und in Teil drei für die Konzeption und Auswertung des Experiments aufbereitet.


Die Bergung und Restaurierung einer Totenkrone aus dem neuzeitlichen Grab Fst. 48 der Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey im Saarland
Masterarbeit von Christopher Röber, 2012


1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Das Ziel der Masterarbeit ist die Restaurierung und Konservierung von einer im Block geborgenen Totenkrone aus leonischen Drähten, eines Haarpfeils, einer Perlenkette und textilen Resten. Sie stammen aus dem Grab der Fundstelle 48 der Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey im Saarland. Es wird ein erstes Konzept für die Bergung der Funde aus dem Block erstellt. Nach der Dokumentation der Objektlage im Block und der Entnahme der Funde wird ein zweites Konzept zur weiteren Bearbeitung der Funde und der Konservierung erarbeitet. Es werden RFA-Analysen durchgeführt und verschiedene Möglichkeiten der Restaurierung und Konservierung angeführt und abgewogen.


Ein römisch-fränkisches Glasgefäß mit Sugaring-Effekt – Untersuchungen zur Infiltrationsklebung mit Acrylharzen
Masterarbeit von Verena Schöfer, 2012

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann, 2. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien

Diese Masterarbeit beschäftigt sich sowohl mit den Zustandsursachen als auch mit der Konservierung und Restaurierung eines römisch-fränkischen Glasgefäßes mit Sugaring-Effekt. Über die Ursachen des Sugaring-Effektes ist bisher wenig bekannt und wird hier durch naturwissenschaftliche Untersuchungen und eine begleitende Literaturrecherche näher betrachtet. Der Schwerpunkt der Masterarbeit liegt auf der Untersuchung zu Infiltrationsklebstoffen für Glasgefäße. Dabei wird speziell auf die Acrylharze Paraloid B-72 und B-48N eingegangen, welche im Zuge von Testreihen auf ihre Klebkraft und ihre optischen Eigenschaften hin analysiert werden. Entscheidend für die Klebkraft der Klebstoffe ist die Variation der Parameter Lösemittel und Applikationsmethode. Weiterhin wird nach einer provisorischen Schutzhülle gesucht, durch die das Gefäß während der anschließenden Freilegung stabilisieren wird.


Bergung des Schädels Konrad von Burgsdorffs und Planungen zu dessen Rekonstruktion
Masterarbeit von Laura Steinmüller, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die Masterarbeit umfasst die Bergung und Rekonstruktion des fragmentierten Schädels Konrad von Burgsdorffs. Thematisiert werden der schlechte Erhaltungszustand der Knochensubstanz und die damit einhergehende Problematik bei der Bergung. Den konservatorischen und restauratorischen Schwerpunkt bildet die Erprobung und der Einsatz des flüchtigen Bindemittels Cyclododecan als temporäre Stabilisierungsmaßnahme. Einen zusätzlichen Fokus setzt die Arbeit auf die Rekonstruktion, die aus der Heftung einzelner Schädelteile und einer virtuellen Komplett-Zusammensetzung anhand von CT-Datensätzen besteht. Letztere wird durch die Kooperation mit dem German Mummy Project ermöglicht und dient als Basis für eine Gesichtsweichteilrekonstruktion.


Die Restaurierung von Textilien des 17. Jahrhunderts aus der Burgsdorff´schen Gruft Berlin-Mitte - Die Freilegung, materialcharakteristische Zuordnung und präventive Konservierung fragmentierter Kleidungsreste aus Seide mit Metallfäden
Masterarbeit von Frieda Wolf, 2012


1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Textilen Funden aus Bestattungen kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie sind aus ethischer Sicht nicht dazu bestimmt, wieder ans Tageslicht zu gelangen. Dennoch bieten textile Kleidungsreste für die archäologisch-kulturhistorische Forschung wertvolle Informationen. Bei den Textilien des Grabes 356 aus der Burgsdorff´schen Adelsgruft in Berlin-Mitte handelt es sich um fragmentierte Reste der Bekleidung des Ludwig von Canitz, bestehend aus Seidengewebe mit Metallfäden aus dem 17. Jahrhundert. Aufgrund verschiedener Umgebungsparameter sind die Textilien in einem sehr schlechten Erhaltungs-zustand. Das fragile Gewebe ist stark gefährdet, weiter abgebaut zu werden. Demzufolge liegt neben der Detailbestimmung und der Sicherung des langfristigen Erhalts der textilen Kleidungsreste, der Fokus auf der Entwicklung eines Reinigungskonzeptes, in welchem die Methode der Reinigung mittels eines Airbrushsystems erprobt wird. Im Anschluss an die restauratorische Arbeit ermöglichen die Kleidungsreste durch die Herstellung ihrer Lesbarkeit eine kulturhistorische Einordnung. Durch die Erstellung eines nachhaltigen Ausstellungs- und Lagerungssystems werden die textilen Fragmente konserviert.


Glasmodelle der Blaschka-Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin – Grenzen und Möglichkeiten der konservatorischen Bearbeitung
Masterarbeit von Ina Scheunemann, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Wolfgang Müller

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Konservierung und Restaurierung von sechs der insgesamt 40 Glasmodelle der Blaschka Sammlung des Museum für Naturkunde Berlin. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Identifizierung der Materialien und des Aufbaus, um darauf basierend geeignete Maßnahmen zur Konservierung zu entwickeln und anzuwenden. Hierfür wurden instrumentelle Untersuchungsmethoden wie Röntgenfluoreszenzanalyse, Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie und energiedispersive Röntgenspektroskopie genutzt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines neuen Montagesystems und Lagerungskonzeptes. Basierend auf den Ergebnissen wird ein Leitfadens zum Umgang mit den Modellen erstellt, welcher für die gesamte Sammlung Gültigkeit besitzt.

Masterarbeiten 2011

Die Konservierung eines feucht gelagerten Kompositobjektes aus Holz, Leder und Metall - Der barockzeitliche Sarg der Charlotte Luise von Canitz (Sarg 372) vom Schlossplatz Berlin
Masterarbeit von Sabine Beck, 2011

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die Masterarbeit befasst sich mit der Konservierung von feucht gelagerten Kompositobjekten aus Holz, Leder und unterschiedlichen Metallen. Dabei werden am Beispiel des Sarges der Charlotte Luise von Canitz (Sarg 372), der 2009 auf dem Schlossplatz Berlin Mitte gefunden worden ist, mögliche Konservierungsmethoden unter Einbeziehung des Erhaltungszustandes diskutiert. Weiterhin wird, in verschiedenen Versuchsreihen, die gewählte Polyethylenglycol-Behandlung getestet und versucht, durch Anpassen unterschiedlicher Parameter, die Korrosion von Metallen in den Konservierungsbädern zu hemmen. Abschließend wird eine Konservierungsmethode mit PEG-Tränkung und Gefriertrocknung vorgestellt.


Acht Bleibronzemünzen aus Petra (Jordanien) - Fragen zum Umgang mit Konservierungsmethoden in anderen Klimazonen
Masterarbeit von Joana Denien, 2011

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Das Ziel dieser Masterarbeit ist es ein geeignetes Beschichtungssystem für Bronzen zu finden, die anderen klimatischen Bedingungen standhalten müssen, als hierzulande. Voraussetzung hierfür stellt die Restaurierung von acht Bleibronzemünzen aus Petra (Jordanien) dar, die im Jahre 2008 bei Ausgrabungen des DAI gefunden worden sind. Im Rahmen der historischen Einordnung der Münzen wird zu Beginn auf die Numismatik zurück gegriffen. Anschließend werden die Münzen mittels Skalpell von Sand und Korrosion befreit und naturwissenschaftlich untersucht. Um die genaue Materialzusammensetzung zu ermitteln, wird eine Röntgenfluoreszensanalyse durchgeführt. Da die Münzen abschließend konserviert werden, erfolgt eine Probereihe zur Ermittlung des bestmöglichen Beschichtungssystems. Hierfür werden verschiedene Klebstoffe und Wachse Hitze, Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt. Überprüft wird, ob sich die Beschichtungen verändern oder vermischen, wodurch eine Gefährdung der Bronze entstehen könnte.


Sieben verschiedene Materialien, ein Sarg. Untersuchungen zum Material und Aufbau eines barocken Kindersarges der Schlossplatzgrabung Berlin, Mitte, unter Einbeziehung weiterer Kindersärge aus dem Grabungskontext und Betrachtung ethischer Fragestellungen
Masterarbeit von Ilona Hinneburg, 2011    
                                                                      

1. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut, 2. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien

Der vorliegenden Masterarbeit liegen drei barocke Kindersärge zugrunde, die aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen. Die Kindersärge wurden 2009 vom Landesdenkmalamt Berlin und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte, auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Stadtschlosses geborgen. Nach einer kurzen Diskussion über den ethischen Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung und des Umgangs mit menschlichen Überresten, erfolgt die Untersuchung des materiellen Aufbaus der Särge. Dabei wird vertieft auf die einzelnen Materialien des Sarges 372 eingegangen und es wird versucht seine Herstellung anhand der Bearbeitungsspuren nachzuvollziehen. In diesem Zusammenhang werden wiederholt kulturhistorische Vergleiche zu den anderen beiden Kindersärgen und der Fachliteratur hergestellt.


Verkohlte Pflanzenfaserobjekte aus Tayma - Fragestellungen der Konservierung und Restaurierung
Masterarbeit von Natalie Lehnhardt, 2011 

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Stefanie Scheerer

Gegenstand der Masterarbeit sind verkohlte Pflanzenfaserkörbe und -seile aus dem 1.Jht.v.Chr. Sie sind 2008/2009 vom Deutschen Archäologischen Institut in Tayma (Saudi Arabien) geborgen worden. Vorab haben Voruntersuchungen, wie die Salzgehaltbestimmungen, die Röntgenfloureszens-analyse, die Thermograviemetrie und die Rasterelektronenmikroskopie Aufschluss über den Aufbau, die einzelnen Bestandteile und den Zerstörungsgrad der Fasern gegeben. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden im Laufe der Arbeit vorgestellt. Durch die Untersuchungen der Herstellungstechnik und des Verbrennungsprozesses konnten zum einen Rückschlüsse auf den Erhaltungszustand der Objekte gezogen werden. Zum anderen sind konnten mit Hilfe von Testdummies weitere, physikalische Untersuchungen wie die der Biegezug-festigkeit, des Lösungs- und Festigungsverhaltens durchgeführt werden. Auf der Grundlage der Tests ist anschließend das Konzept für die Restaurierung und Konservierung der verkohlten Objekte erstellt und schließlich umgesetzt worden. Zudem erfolgte eine Auswertung von Klimadaten, die zur Wahl eines geeigneten Lagerungskonzeptes herangezogen wurden.


Lesbarmachung von Text einer Babylonischen Bleirolle
Masterarbeit von Katrin Lück, 2011

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann, 2. Gutachter: Prof. Dr. Walter Reimers

Die Master Thesis behandelt die Lesbarmachung von Text auf einer Bleischriftrolle. Dabei liegt der Fokus auf einer nicht invasiven Methode um Materialverlust vorzubeugen und die Schriftrolle somit zu erhalten. Die Schwierigkeit in diesem Projekt liegt bei dem Trägermaterial Blei, welches aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften Strahlung überwiegend absorbiert. Mit einem geeigneten Mikro-CT-Gerät kann die Schriftrolle gescannt werden. Die erhaltenen Daten werden mit einem Computerprogramm zur planaren Darstellung gerollter Objekte bearbeitet, um die Rolle virtuell zu entrollen und somit den Text lesbar zu machen.