Masterarbeiten

Seiteninhalt

Masterarbeiten 2020

Ein jüdische Zwischengoldglas aus der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin. Modellhafte Untersuchung der Interaktion von Glas und Ethanol. Entwicklung eines Konzepts für die Präsentation.
A Roman Gold Glass in Ethanol - Investigations and development of a concept for an ethanol deposited Roman Gold Glass from the Museum of Byzantine Art Berlin
Masterarbeit von Maximilian Breu, 2020
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachterin: Dr. Katrin Wittstadt

Im Rahmen der Masterhesis wird anhand von Modelleffekten ermittelt, inwieweit die Lagerung in Ethanol Einfluss auf historische Gläser hat. Im Zentrum des Projekts steht ein römisches Goldglas (Inv. Nr. 6700) aus dem Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, das in Ethanol gelagert ist. Die Untersuchungen schließen die Forschung zu der Geschichte des Objekts und die Veränderungen im Aussehen des Objekts, solange es dokumentiert ist, mit ein. Verwitterungssimulationen an Modellgläsern sollen zeigen, wie Glas mit Ethanol interagiert. Die Bewitterung wird über einen Zeitraum von acht Wochen am Mikroskop dokumentiert und die Querschnitte werden am Ende unter dem REM festgehalten. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen wird ein Erhaltungskonzept für die Präsentation des Zwischengoldglases in der Ausstellung des Museums entwickelt.

Within the framework of the Masterthesis, model effects will be used to determine to what extent storage in ethanol influences historical glasses. In the center of the project is a Roman gold glass (Inv. Nr. 6700) from the Museums of Byzantine Art of the Staatlichen Museen zu Berlin, which is deposited in ethanol. The investigation includes research in the history of the object and the changes in the appearance of the object as long as it is documented. Weathering simulations on model glasses are supposed to show how glass interacts with ethanol. The weathering will be documented over a period of eight weeks on the microscope and crosssections will be documented under the SEM at the end. A conservation concept will be developed based on this research.

Die Dächer von Dubrovnik: Die verlorene Dimension, Ein Vergleich der historischen und rezenten Dachziegel Kanalica (Roofs of Dubrovnik: The Lost Dimension, A Comparison of the Historic and Recent Roof Tiles Kanalica)
Masterarbeit von Kristina Kojan Goluža, 2018
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachterin: Dr. Christian Stadelmann

Diese Forschungsarbeit beschäftigt sich mit den historischen und historisierenden Dachziegeln namens Kanalica aus Dubrovnik (seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe). Anhand wissenschaftlicher Analysen wird hier ein Vergleich zwischen historischen und rezenten Ziegeln dieses Typs, die seit dem Krieg der 1990er Jahre Verwendung finden, durchgeführt. Die Untersuchungen konzentrieren sich dabei auf die Materialzusammensetzung und die Oberflächeneigenschaften. Das Ziel der Arbeit ist es, das Bewusstsein hierfür zu steigern sowie die Öffentlichkeit und die Konservierungsinstitutionen für die Unterschiede zwischen den historischen und rezenten Dachziegeln zu sensibilisieren. Die Forschungsresultate können zudem Gemeinden dazu motivieren, weitere Strategien zum Schutz historischer Dachziegel als eines bedeutenden Teils des kulturellen Erbes zu entwickeln sowie Maßnahmen zum Dachziegelersatz in historischen Ensembles zu ergreifen. Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnis soll des Weiteren eine detailgetreuere Herstellung von Dachziegeln erzielt werden. Zum Zwecke eines umfassenden Vergleichs wurden die Tonmagerungsmittel, die organischen Unreinheiten, die Brenntemperatur, der Sinterungsgrad, die Porosität sowie die umfassende Elementbestimmung einer Analyse unterzogen.

This research deals with historic and historicising roof tiles named Kanalica of Dubrovnik (UNESCO World Heritage protection since 1979). A comparison of the historic tiles with recent tiles used after the war of the 90ies is presented through scientific analyses. All examinations focus on the material composition and the surface properties.The aim of the research is to improve awareness and sensitise the public and conservation institutions for differences between the historic and recent tiles in Dubrovnik.  Research results might also encourage communities to develop further strategies for the protection of historic roof tiles as an important part of cultural heritage, as well as contribute the regulation of tile substitution in historical ensembles. Based on the results of this research,  the production of the roof tile, which are more accurate in detail is aimed for. In order to make a complete comparison, analysis on the used clay temper, the organic compounds, the firing temperature, the degree of sintering, the porosity, as well as the overall identification of the elements was provided.

Eine römische Kugelbauchflasche - Dokumentation und Untersuchung eines emaillierten Glases hinsichtlich geeigneter Festigungsmethoden
A Roman Enameled Bottle - Documentation and Analyses of an Enameled Glass in Terms of Testing Adequate Consolidation Methods
Masterarbeit von Marina Gerhards, 2016
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachterin: Dr. Susanne Greiff

Gegenstand der vorliegenden Masterarbeit ist die Erfassung, Dokumentation, wie materialtechnische Untersuchung einer römischen emaillierten Kugelbauchflasche aus dem LVR-LandesMuseum Bonn. Auf Grundlage der Ergebnisse unterschiedlicher optischer Dokumentationsmethoden sowie analytischer Verfahren in Form von Röntgenfluoreszenzanalyse und Raman-Spektroskopie werden neue Erkenntnisse zur bisher wenig untersuchten Gruppe spätrömischer Emailgläser gewonnen. In der Zusammenschau können Rückschlüsse auf die antike Herstellungstechnologie, das ursprüngliche Erscheinungsbild sowie die Objektgeschichte des Gefäßes gezogen werden. Die tiefgründige Studie des Objektes erfolgt hinsichtlich einer Konzeptentwicklung zur Stabilisierung der am Glas vorliegenden delaminierten Korrosionsschichten. Unterschiedliche Medien werden dafür auf ihre Tauglichkeit zur Festigung getestet. Hierzu soll besonders die Eignung des Hybrid Polymers Ormocer® G mit der des nanomolekular strukturierten Aluminiumkomplexes Cloisil A18 sowie des häufig in der Glaskonservierung verwendeten Ethaylmethacrylat Copolymers Paraloid ® B-72 vornehmlich mithilfe des Rasterelektronenmikroskops verglichen werden.

This master thesis focuses on the detection, documentation and material-related analyses of a Roman enameled bottle that is now being stored at the LVR-LandesMuseum Bonn. Based upon the results of different optical documentation methods as well as analytical procedures in the form of X-ray fluorescence spectroscopy and Raman spectroscopy the knowledge on late antique enameled glasses that have been scarcely examined will be expanded. In the synopsis conclusions on the manufacturing process, the original appearance and the vessel’s history can be drawn. The profound study concentrates on the development of a conservation concept for stabilizing the delaminated glass corrosion layers that are responsible for the objects condition. Different mediums have been tested for their suitability. As the most common medium in glass consolidation the ethylmethacrylate copolymer Paraloid B-72 should be compared to the hybrid polymer Ormocer® OR-G and the nanomolecular structured aluminium complex CLOISIL A18, primarily by the help of a scanningelectron microscope, to evaluate and compare their suitability on the glass.

Masterarbeiten 2019

Konservierung und Restaurierung eines Tuches mit "Roghan Malerei" aus Vorderindien - Entwicklung eines Konzeptes zur Erhaltung verklebter Malschichten
Masterarbeit von Susanne Harbach, 2019
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Anna Schönemann

Die vorliegende Masterarbeit thematisiert das Konservierungskonzept eines Tuches aus Vorderindien, das sich aufgrund "verklebter" Malschichten nicht mehr auffalten lässt. Die Besonderheit dieses Textils spiegelt sich in der sog. Roghan Malerei wider, eine Verzierungstechnik, bei der eingedicktes Öl kunstvoll auf Textil gelegt wird. Kulturhistorische Zusammenhänge werden dabei näher aufgezeigt. In diversen Probereihen werden geeignete Befeuchtungsmethoden mit Lösemitteln eruiert, um die verklebten Malschichten schließlich in einem Feuchtekammersystem zu flexibilisieren und voneinander zu lösen. Gegenstand der Arbeit sind zudem Forschung der Materialzusammensetzung und der Zustandsursachen, die anhand von eigenen angefertigten Probematerialien verdeutlicht werder.

Nass gelagtertes Pech. Konservierungskonzept für eine bronzezeitliche Gürteldose aus dem Tollensetal
Masterarbeit von Elise Malchow, 2019
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Detlef Jantzen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der sachgemäßen konservatorischen Einschätzung und Bearbeitung von prähistorischem Pech. Der Anlass ist eine bronzezeitliche Gürteldose aus dem Tollensetal, die eine sehr gut erhaltene Verzierung aus Pech aufweist. Das Objekt wird seit der Bergung aus der Tollense in Wasser aufbewahrt und soll getrocknet werden. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, ein Konzept zu erstellen, welches Rissbildung im Pech und ein Abplatzen verhindert. Das Objekt wird dokumentiert sowie optisch und instrumentell-analytisch erfasst (mikroskopisch, x-ray, µ-CT, µ-RFA, GC-MS). Maßnahmen werden diskutiert und Probekörper aus Bronze und Birkenpech gealtert. Anschließend werden Probereihen zu Trocknung, Freilegung und Lösemitteln durchgeführt. Mögliche Risiken der Behandlung werden daraus erschlossen und so ein fachgerechtes Konzept zur Konservierung erstellt.

Restaurierung eines römischen Bronzebeckens des Gräberfeldes Apensen unter Berücksichtigung unterstützender Klebungen
Masterarbeit von Stefanie Wojtalla, 2019
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. phil. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Konservierung und Restaurierung eines Bronzebeckens aus Apensen. Unter Berücksichtigung der Ästhetik wird das Gefäß mithilfe unterstützender Klebungen wieder zusammengefügt. Aufgrund des guten Erhaltungszustandes ist das Ziel dieser Arbeit Stabilisierungsmethoden zur Unterstützung des Beckens zu finden. Diese sollten möglichst transparent und minimal ausfallen.  Ein weiteres Ziel der Arbeit ist es unter Berücksichtigung der Transparenz, Reversibilität und Alterungsbeständigkeit ausgewählte Klebstoffe und Stabilisierungen in einem Zugversuch auf ihre Festigkeit zu untersucht um die adäquatesten Materialein für die Restaurierung des Beckens zu finden.

Untersuchungen zu Methoden und Materialien zur Konsolidierung und Stabilisierung am Beispiel eines bimetallischen Kessels aus dem langobardischen Gräberfeld Apensen, Niedersachsen
Masterarbeit von Peter Stauffer, 2019
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. phil. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Philipp Schmidt-Reimann M.A.

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Materialien und Methoden sich für die Konsolidierung und Stabilisierung besonders fragmentierter und dünnwandiger archäologischer Metallobjekte eignen. Es soll versucht werden diese zu ermitteln und in der Praxis anzuwenden.
Bei dem Objekt handelt es sich um einen bimetallischen Kessel aus dem kaiserzeitlichen Gräberfeld bei Apensen. Aufgrund der mit der Bodenlagerung einhergegangenen korrosiven Prozesse sowie einer unsachgemäßen Bergung ist dieses Objekt eine ideale Grundlage für die eingangs formulierte Thematik.
Neben dem Erhalt des Kessels selbst müssen bei der Auswahl der Methoden und Materialien auch eine spätere Präsentation mit in die Überlegungen und die anschließende Umsetzung einbezogen werden.

Moderne Rekonstruktionen fehlender Porzellanelemente - 3D-Digitalisierung und -Ausgabe mit Druckmedien aus Acrylaten
Masterarbeit von Sabrina Schaffarczyk, 2019
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. phil. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Alexander Gatzsche M.A.

Im Rahmen eines Masterprojektes des Studiengangs Konservierung und Restaurierung an der HTW Berlin wird sich der 3D-Digitalisierung sowie der digitalen Ausgabe von Druckmedien aus Acrylaten, die für das Schmelzschichtverfahren (FDM) in Frage kommen, gewidmet. Diese kostengünstige Technik soll als möglicher Weg moderner Rekonstruktionen in der Restaurierung und speziell in diesem Projekt für fehlende Porzellanelemente eruiert werden. Neben 3D-Acrylatfilamenten aus dem Handel wird auch das in der Restaurierung viel eingesetzte ParaloidTM des Typs B72 sowie B44 als Druckmedium umgewandelt und in dieser Form evaluiert. Durch Testdrucks und instrumentelle Analysen konnte das Potenzial von ParaloidTM B44 im 3D-Druck detektiert und für ein fragmentiertes Porzellanobjekt eingesetzt werden.

Eisen- und schwefelbelastete Hölzer aus Schöningen
Masterarbeit von Diana Azarova, 2019
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. phil. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Prof. Dr. rer. nat. Christian Stadelmann

Die international erforschte Präsenz von Eisen- und Schwefelverbindungen in archäologischem Nassholz kann zu irreversiblen Schädigungen der Holzmatrix führen. Nun wurde im Rahmen der Masterarbeit die Problematik einer Eisen- und Schwefelbelastung von 110 Holzobjekten aus Schöningen thematisiert. Bei den Funden handelt es sich um unterschiedliche Baumfragmente, die nach einer jahrtausendlangen Bodenlagerung, zwar einen  bemerkenswerten Erhaltungszustand aufweisen, jedoch sichtbar mit anorganisch-metallischen Verbindungen kontaminiert sind.
Mithilfe eines RFA-Linienscans von Holzquerschnitten bei einer stichprobenartigen Auswahl von Proben, konnte eine vollständige Penetration durch Eisen- und Schwefelverbindungen festgestellt werden. Um einer zukünftigen Schädigung der Holzsubstanz, wie am Beispiel des Vasa-Schiffs, vorzubeugen wird eine Extraktion mithilfe
des Komplexbildners DTPA empfohlen. Dazu wird die Planung einer Extraktionsmaßnahme mit Probehölzern des Schöninger Fundkomplexes vorgestellt.

BERUFSBILD | RESTAURATOR*IN
Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung von restauratorischen Inhalten in digitalen Netzwerken - Empirische Untersuchung des Nutzungsverhaltens von freiberuflichen/selbstständigen Restauratoren in den Sozialen Medien
Masterarbeit von Violetta Razlaw, 2019
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Andrea Funck

In der öffentlichen Wahrnehmung existiert oftmals ein unklares Verständnis über das Berufsbild des Restaurators. Deshalb ist es ratsam, diesen Beruf weiter zu etablieren und in der Öffentlichkeit umfassend darzustellen.
Interaktionen in sozialen, digitalen Netzwerken gewinnen zunehmend an Bedeutung. Soziale Medien ermöglichen Nutzern, sich digital untereinander zu vernetzen, mediale Inhalte einzeln, in einer definierten Gemeinschaft oder offen in der Netzgemeinschaft zu erstellen und weiterzuleiten.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung von restauratorischen Inhalten in digitalen Netzwerken zu untersuchen. Die Arbeit fokussiert sich vornehmlich auf den Nutzen von Sozialen Medien für freiberufliche/selbstständige Restauratoren in Deutschland. In der vorliegenden Arbeit wird primär der Fragestellung nachgegangen, ob freiberufliche/selbstständige Restauratoren soziale Netzwerke, wie Instagram, Facebook und Co. nutzen und welche Intention dabei verfolgt wird. Zusätzlich wird erklärt, welche Chancen und Ziele in der Nutzung von Social Media zu sehen sind. Von besonderem Interesse ist es, zu hinterfragen, ob digitale Medien das erforderliche Format bieten, restauratorische Inhalte zu kommunizieren und welche Vorteile die Nutzung der modernen Medien verspricht.
Zu Beginn wird eine umfassende Literatur- und Grundlagenpapierrecherche durchgeführt, um den geschichtlichen Wandel des Berufsbildes, die Richtlinien und die Tätigkeiten des Restaurators darzustellen. Weitergehend werden die Definition und das Potential der Sozialen Medien und digitaler Netzwerke vorgenommen. Mit Hilfe einer empirischen Untersuchungsmethode, bestehend aus vier Stichproben, wird der Beantwortung der zuvor genannten Fragestellung nachgegangen.

Masterarbeiten 2018

Rosenkränze aus Gagat – Materialeigenschaften und Untersuchungsmethoden
Masterarbeit von Roxane Julie von der Beek, 2018
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Aurélie Rogalla von Bieberstein M.A.

Im Zuge dieser Masterarbeit wurden zehn unterschiedliche mittelalterliche bis neuzeitliche Rosenkränze beziehungsweise Perlen, die zunächst dem organischen Material Gagat zugeordnet worden waren, im Hinblick auf deren Materialität untersucht.
Durch umfangreiche Literaturrecherche zum Thema Gagat wurden dafür zunächst die charakteristischen Merkmale der Kohleart zusammengetragen und weitere schwarze Materialien, die zur Herstellung von Rosenkranzperlen benutzt wurden, vorgestellt.
Durch die mikroskopische Betrachtung, Röntgenaufnahmen, die Röntgenfluoreszenzanalyse und der Fourier-Transformations-Infrarotspektrometrie konnten mehrere Objekte ihren richtigen Material-gruppen zugeordnet werden.
Durch die Identifikation des Perlenmaterials konnten im Folgenden adäquate restauratorische und konservatorische Maßnahmen geplant werden.

Masterarbeiten 2017

Schadstoffdetektions- und Kontrollmöglichkeiten der Korrosionsmesssysteme »MUSECORR« und »ODDY«. Vergleichende Anwendung und Bewertung der Messsysteme im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Masterarbeit von
Henriette Henning, 2017
[PDF] 
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Prof. Frank Reichert

In den letzten 15 Jahren ist eine spürbare Sensibilisierung und Notwendigkeit für den Umgang mit Schadstoffbelastungen und deren Überwachung in Museen und Sammlungen zu verzeichnen. Um dem Defizit der bislang unzureichenden Schadstoffprävention in Museen zu begegnen und das Gefährdungspotenzial von Schadgasen auf Sammlungsgüter einschätzen zu können, wurden zielgerichtet für den musealen Sektor spezielle Messmethoden entwickelt, die auf die Erfassung einer korrosiven Wechselwirkung abzielen. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen dieser Masterarbeit das jüngst entwickelte Korrosionsmesssystem »MUSECORR« aus konservatorischer und wirtschaftlicher Sicht in einem realen musealen Kontext untersucht und im Vergleich mit dem nicht-kommerziellen Oddy Test unter Normalbedingungen evaluiert. Die Anwendung und Erprobung der Korrosionsmessverfahren wurde in ausgewählten und repräsentativen Ausstellungs- und Präsentationssituationen des Leipziger GRASSI Museums für Völkerkunde vorgenommen. Anhand der über einen Zeitraum von sechs Monaten ermittelten Ergebnisse wurden die korrosiven Umgebungsbedingungen ausgewählter Ausstellungsräume und Vitrinen zunächst analysiert und in Verbindung mit klimatischen und laboranalytischen Referenzmessungen sowie einer einhergehenden Untersuchung der inneren und äußeren Einflussfaktoren ausgewertet und interpretiert. Die Verknüpfung der Untersuchungsergebnisse resultierte in der Entwicklung individueller Präventionsmaßnahmen sowie einem nach konservatorischen Anforderungen erfolgtem Vergleich, auf dessen Grundlage eine Empfehlung für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Museen und Sammlungen ausgesprochen werden konnte.

Masterarbeiten 2016

Stuckfragmente des Berliner Schlosses - Materialtechnische und kunsthistorische Erfassung sowie Konzeptentwicklung für die Konservierung und Lagerung
(Stucco fragments from the Berliner Schloss – technical and art historical documentation as well as concept development for conservation and storage)
Masterarbeit von Katharina Steegmanns, 2016

1. Gutachterin: Prof. Dr. phil. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Michael Malliaris

Gegenstand der Masterarbeit sind Stuckfragmente aus den Innenräumen des ehemaligen Berliner Schlosses. Die vorwiegend vergoldeten Gipsstuckfragmente wurden in den Jahren 2011 – 2012 bei bauvorbereitenden archäologischen Grabungen auf dem Schlossplatzgelände geborgen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss beschädigt und 1950 von der DDR Regierung gesprengt. So gelangten Teile der Schlossinnenräume und somit auch der Innenstuck als Verfüllung einer Baugrube unter die Erde. An der HTW Berlin werden die Stuckfragmente im Rahmen dieser Arbeit dokumentiert, wobei Umfang und Zustand präzise bestimmt wird. An einer repräsentativen Auswahl von Fragmenten werden Analysen durchgeführt um Informationen über Herstellungstechniken und verwendete Materialien zu erschließen. Darauf aufbauend wird ein Konzept zur Konservierung und Langzeitlagerung erstellt.

Subject of this master thesis are stucco fragments from the interior of the Berliner Schloss (Berlin City Palace). Most of the plaster fragments are gilded and were recovered during archaeological excavations between 2011 and 2012 at Schlossplatz. The palace was damaged in World War II and demolished in 1950 by the German Democratic Republic authorities. That way parts of the palaces rooms and consequently the interior stucco ended up in the ground as backfill for a building pit. At HTW Berlin the fragments are documented in identifying the precise range and condition. Analyses are conducted on a representative selection of fragments to acquire information about manufacturing technique and applied materials. Based on the results of investigation, a concept for conservation and longtime storage is created.

Die kriegsbeschädigten Bronzen des Museums für Asiatische Kunst
Masterarbeit von Elisabeth Bär, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Toralf Gabsch, Restaurator M.A.

Das Museum für Asiatische Kunst zu Berlin besitzt zahlreiche Bronzen in der Sammlung Südostasiatika, die seit ihrer Bergung aus den Trümmern des ehemaligen Museumsgebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg stark überformt vorliegen. Die vorliegende Arbeit entwickelt ein Konzept für den musealen Umgang mit ihnen, das die Geschichtlichkeit der Objektzustände in den Vordergrund stellt. Dazu wird die Geschichte der Objekte von der Beschädigung des Gebäudes bis zur nachkriegszeitlichen Trümmerbergung recherchiert und in einen sammlungsgeschichtlichen Kontext eingebettet. Materialtechnische Untersuchungen im Hinblick auf die Zusammensetzung und Brandauswirkungen sowie ein Überblick zu Konzepten zum Umgang mit kriegsbeschädigten Objekten in den Staatlichen Museen zu Berlin bilden weitere Fundamente des vorgeschlagenen Konzepts.

The Museum of Asian Art of Berlin has numerous bronzes in its collection of southeast asian objects, that have suffered substantial changes through their burial in the ruins of the former museum building after World War Two. The presented thesis develops a concept for their future position in the collection based on the historicity of their appearance. Therefore their history, the history of the collection and building are researched, focussing on the time between World War Two when the building was severely damaged by bombs until the rediscovery of the objects in the ruins. The concept is further based of material analysis of their composition and specific changes inflicted through burning and completed by an overview about some strategies for dealing with war damaged objects that are already in use in the State Museums of Berlin.

Schwingungsbelastungen und das daraus resultierende Risikopotential für keramische Objekte - Eruierung des Schädigungspotentials anhand von keramischen Prüfkörpern ausgelöst durch ein innerstädtisches Belastungsprofil
Masterarbeit von Gina Eichmüller, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Dr.-Ing. Kerstin Kracht; 3. Gutachter:  Dipl. – Ing. Alexander Skupin

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit den auftretenden Schwingungen eines innerstädtischen Belastungsprofils und dessen mechanisches Risiko für Kulturgut aus Keramik.
Die Arbeit wurde von der Fragestellung geleitet, wie es möglich ist, anhand verschiedener Versuchsreihen und einer eingehenden Zustandsdokumentation Gefahren und Risiken einer mechanischen Beanspruchung durch einen innerstädtischen Kunsttransportes in Berlin mit einem luftgefederten Lastkraftwagen einzuschätzen und zu bewerten.
Durch die Verknüpfung der Ergebnisse eines Feldversuches, mehreren Laborversuchen und eingängigen Zustandsanalysen, wird anhand von keramischen Prüfkörpern ein Schädigungs-potential abgeleitet. Zusätzlich werden daraus aktuelle Problematiken zur Schwingungsimmission im Kulturgütertransport von dreidimensionalen Objekten dargelegt. Mit dem Aufbau und der Umsetzung der Prüfstände und mit einem in diesem Rahmen eingemessenem Belastungsprofil wird ein Grundstein gelegt, wie es künftig möglich ist auch für andere Kunstgüter aus anderen Materialien das Risiko systematisch einzuschätzen.

Anwendungsmöglichkeiten des Fused Deposition Modeling (FDM) 3D-Druckverfahrens in der Restaurierung - Materialanalyse und Adaption.
Masterarbeit von Irene Pamer, 2016
[PDF]
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Dr. Olaf Wilke

Die Anwendung des kostengünstigen Fused Deposition Modeling (FDM) 3D-Druckverfahrens in der Konservierung und Restaurierung wird erschwert durch die Vielzahl an 3D-Druckmaterialien aus Kunststoffen, deren Zusammensetzung oft nicht bekannt ist. Da durchaus Potential in dieser Technologie zur Erstellung von u.a. Stützkonstruktionen für anspruchsvolle Objekte besteht, liegt der Kern dieser Arbeit in der Materialanalyse ausgewählter 3D-Druckmaterialien für das FDM-3D-Druckverfahren. Dabei wird mit einem durch Kriterien definierten Auswahlverfahren und mit instrumentellen Analysen versucht, ein für temporäre und permanente Zwecke geeignetes 3D-Druckmaterial zu detektieren.
Um den Kreislauf der 3D-Technologie vom 3D-Scan, der visuellen Bearbeitung und dem 3D-Druck zu schließen, folgt die praktische Umsetzung dieser drei Posten. Vorher getestete und als geeignet empfundene 3D-Druckmaterialien werden zur Konzipierung von Stützkonstruktionen für originale archäologische Objekte verwendet und bewertet.

Ein nassgelagerter Hortfund aus Stralsund – Untersuchungen und Konzepterstellung zur Konservierung und Restaurierung“
Masterarbeit von Johanna Pröbstle, 2016
1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Dr. Jana Gelbrich

Die Masterarbeit handelt von der Erstellung eines Restaurierungs- und Konservierungskonzeptes für einen nassgelagerten Hortfund mit Kompositobjekten, welcher aus einer Stadtgrabung in Stralsund stammt. Hierzu werden verschiedene Verfahren besprochen und diese in Probereihen getestet. Anhand der Ergebnisse wurde daraufhin ein Konzept für den Komplex erstellt und an ausgesuchten Objekten die Trocknung getestet. Abschließend wurden die Ergebnisse kritisch betrachtet.

Forschungen zum Einfluss von Hydrophobierungsmitteln auf Wollfilz bezüglich des Erhaltungszustandes der Wollfasern während der Bodenlagerung
Masterarbeit von Nicole Rische, 2016
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien

In der Archäologie gewinnen organische Funde kontinuierlich an Aufmerksamkeit. Das Abbauverhalten natürlicher Fasermaterialien von Textilien ist weitestgehend bekannt. Doch was passiert, wenn andere Variablen hinzukommen? Diesem Thema kann sich über die Hutmacherei genähert werden. Diese bediente sich chemischer Appreturen, um Hüte in Form zu bringen und diese zu halten. Anhand einer Probereihe wird der Einfluss zweier
Hydrophobierungsmittel aus dem 19. Jahrhundert auf den Erhalt rezenter Wollfasern während der Einwirkung ausgewählter Umweltfaktoren untersucht. Die Auswirkungen der Bewitterung werden durch optische und thermoanalytische Methoden dokumentiert und mit Referenzproben verglichen. Neben der Frage, wie die Hydrophobierungsmittel den Erhalt der Wollfasern beeinflussen, wird diskutiert, inwiefern sich die entwickelte Methodik für eine systematische Untersuchung eignet. Das Ziel ist, eine Methodik zu entwickeln, die es ermöglicht, mehr Aufschluss über die Vielfältigkeit der Einflussfaktoren auf den Erhalt archäologischer Textilien zu gewinnen.

Masterarbeiten 2015

Die Entwicklung eines Verfahrens zur Reinigung von archäologischem Textil am Beispiel eines Berghabits aus Hettstedt
Masterarbeit von Oliver Baumgart, 2015

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die vorliegende Arbeit thematisiert ein Reinigungsverfahren zur Behandlung von archäologischem Textil. Gegenstand der Untersuchungen ist die Paradeuniform eines bestatteten Bergmanns. Aufbauend auf den Ergebnissen der Untersuchungen hinsichtlich des Erhaltungszustandes und Zustandsursachen wird ein Reinigungskonzept entwickelt. Der Einfluss von Komplexon III und einem Essigsäure-Acetat-Puffer auf den Reinigungsvorgang wird in einer Probereihe untersucht und diskutiert. Unter der Zuhilfenahme messtechnischer Apparaturen wird die Reinigung exemplarisch an zwei Textilfragmenten im Aerosolunterdruckverfahren durchgeführt. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Kontrollierbarkeit des Reinigungsvorganges gelegt.

Kunsttechnologische Untersuchung eines Elfenbeinkästchens des 19.Jahrhunderts - Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts unter Einbindung der hinduistischen Malerei

Masterarbeit von Janina Burkart, 2015
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachter: Toralf Gabsch

Mit Unterstützung des Museums für Asiatische Kunst konnten Untersuchungen an einem bemalten Elfenbeinkästchen vorgenommen werden, welches in dieser Form kaum naturwissenschaftlich erforscht ist. Diese Schatulle ist für die neue Ausstellung im Bereich des indischen Kunsthandwerks im Humboldt-Forum vorgesehen und wird der Öffentlichkeit erstmalig präsentiert. Ziele dieser Arbeit waren erste Erkenntnisgewinne zur Mal- und Herstellungstechnik zu sammeln und Vorschläge zur Konservierung und Restaurierung zu erbringen. Im weiteren Rahmen wurden Untersuchungen zur Klimatisierung, dessen Schwerpunkt auf der Luftfeuchtigkeit lag, sowie Analysen zur Identifizierung der Materialien vorgenommen. Anschließend werden Konzepte für die Konservierung und Restaurierung vorgestellt.
 

Zwei frühneuzeitliche Bleiglasfenster aus Fincken, Materialtechnische und kulturhistorische Erschließung der Objektmaterialien und Entwicklung eines konservatorisch-restauratorischen Konzepts unter besonderer Berücksichtigung der Glaskomponente
Masterarbeit von Daniela Drechsler, 2015

1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachter: Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff

Die Masterarbeit befasst sich mit zwei frühneuzeitlichen Bleiglasfenstern, die bei Ausgrabungen eines Turmhügels in Fincken, durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, im Jahr 2013 im Block geborgen wurden.  Die Besonderheit der Objekte liegt vor allem in ihren größtenteils erhaltenen Bleinetzen, die nur äußerst selten während archäologischer Untersuchungen gefunden werden.  Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Erschließung der Materialität, des Erhaltungszustandes und des Aufbaus der teils stark verformten Kompositobjekte anhand umfassender naturwissenschaftlicher Untersuchungen. Darauf aufbauend wird ein konservatorisches und restauratorisches Konzept erstellt, in dem der Fokus vor allem auf den Möglichkeiten und Grenzen der Erhaltung der abblätternden Verwitterungsschichten des Flachglases liegt.  Die gewonnenen Informationen über die Objekte bilden die Grundlage für eine zeichnerische Rekonstruktion der Bleiglasfenster.


Untersuchungen zur Erhaltung eines stark abgebauten archäologischen Textil aus Tayma, Saudi Arabien. Möglichkeiten und Grenzen der Konsolidierung mit Aerosolen
Masterarbeit von Bianca Dreisow, 2015

1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der materialtechnischen und kulturhistorischen Erschließung sowie der langfristigen Erhaltung eines archäologischen Textils. Die Problematik ergibt sich aus dem durch fortgeschrittene Abbauprozesse gekennzeichneten Erhaltungszustand. Demnach wird eine Konsolidierung in Betracht gezogen, diskutiert sowie die Möglichkeiten einer geeigneten Methode untersucht. Es werden verschiedene Konsolidierungsmittel, schwerpunktmäßig Stärke- und Cellulosederivate, auf ihre Eignung in der Textilrestaurierung überprüft und die Anlagerung der Klebstoffe an die Fasern des Textilgefüges untersucht. Hierfür wird die Applikation der Tränkung mit der Aerosolbehandlung an einem rezentem Flachsgewebe verglichen. Desweiteren wird eine Aerosolkonsolidierung an archäologischen Probetextilien  durchgeführt. Mit Hilfe von rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen werden dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Konsolidierung mit Aerosolen aufgezeigt. Dabei wird ersichtlich, dass eine Konsolidierung den gestellten Anforderungen an die langfristige Stabilisierung des stark abgebauten Textils nicht gerecht werden kann. Das auf diese Untersuchungen basierende Konzept beschränkt sich daher auf präventive Konservierungsmaßnahmen, die den Rücktransport nach Tayma und die Langzeitlagerung vor Ort berücksichtigen.

 
Die meroitische Wandmalerei des Muttempels aus dem sudanesischen Wad Ben Naga - Maltechnische Analyse und Entwicklung eines Dokumentationssystems für Wandmalerei auf ungebranntem Lehmputz
Masterarbeit von Alexander Gatzsche, 2015
[PDF]
1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann; 2. Gutachterin: Dr. Jana Helmbold-Doyé

2012 konnten im sudanesischen Wad Ben Naga im Hauptheiligtum eines meroitischen Tempels (1. Jh. n. Chr.) erste Fragmente umfangreicher polychromer Wandmalerei auf ungebranntem Lehmputz geborgen werden. Angesichts der besonderen Komplexität des Befundes musste ein Dokumentationssystem entwickelt werden, welches gewährleisten sollte, diesen außergewöhnlichen Objekttyp möglichst umfassend und effektiv zu dokumentieren. Nur so kann die Basis für spätere Rekonstruktionen der Malerei gelegt werden. Aufgrund der besonderen Erhaltung und der sehr umfangreichen und vielseitigen Farb- und Materialpalette, konnten Proben mit der Genehmigung der National Coorporation for Antiquities and Museums der Republik Sudan nach Europa ausgeführt werden, um diese auf ihre Zusammensetzung und Maltechnik hin zu analysieren. Sowohl Dokumentationssystem, als auch die darauf aufbauende maltechnische Analyse sind Inhalt dieser Masterarbeit.

 
Die Untersuchung des Schädigungspotenzials von Klimaschwankungen für die Sammlung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. Eine Verknüpfung von Langzeitklimadaten, Lasertriangulationsmessungen und Timelapse-Fotografie zur Materialanalyse und Entwicklung eines energieeffizienten Klimatisierungskonzeptes.
Masterarbeit von Katharina Kuntz, 2015

1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien; 2. Gutachterin: Prof. Dr. Birgit Müller

Um den generellen Diskussionen über die steigenden Energiepreise, den Emissionsausstoß und den ökologischen Wandel zu begegnen, werden in der Museumslandschaft seit geraumer Zeit die bisher zur präventiven Konservierung von Kunst- und Kulturgut geltenden eng gefassten Klimatisierungsstandards, deren Einhaltung eine kosten- und energieintensive Technik erfordert, diskutiert. Dabei spielen die differenzierte Betrachtung der individuellen Gegebenheiten einer Sammlung und die spezifischen Materialanforderungen der Objekte eine wesentliche Rolle. Zur Entwicklung eines nachhaltigen und zugeschnittenen Klimatisierungskonzeptes für das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité wurden die Ergebnisse einer Langzeitklimamessung eingehend analysiert und die Entstehung der Raumbedingungen einschließlich der Rolle und des Potenzials des Gebäudes mit seinen inneren und äußeren Einflussfaktoren interpretiert. Gleichzeitig wurden die Auswirkungen der Klimafluktuationen auf die Objektmaterialien der Sammlung unter realen Bedingungen mittels Lasertriangulation und Timelapse Fotografie untersucht. Beide Messmethoden lieferten kontinuierlich präzise Daten und ermöglichten Aussagen zum Schädigungspotenzial der Umgebungsbedingungen. Zur Auswertung der gewonnen Daten konnte ein System entwickelt werden, das eine standardisierte Herangehensweise und eine vergleichende Betrachtung zulässt. Die Verknüpfung aller Untersuchungsergebnisse resultierte in einer Strategie zur Kontrolle des Innenraumklimas, die neben dem Charakter des Museums und den Eigenschaften der Sammlung ebenfalls Umsetzbarkeit und Energieeffizienz berücksichtigt.

 
Textiltechnologische Untersuchungen zur Rekonstruktion und kulturhistorischen Einordnung einer Totenkleidung . Die Bergmännische Oberbekleidung aus einer Bestattung in Hettstedt, Sachsen-Anhalt
Masterarbeit von Silke Wiedmann, 2015

1. Gutachterin: Prof. Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff

Die vorliegende Arbeit behandelt die Totenkleidung eines bestatteten Bergmanns aus Hettstedt im Mansfelder Land, die zum Teil als Block geborgen wurde. Anhand einer ausführlichen Erfassung, material- und gewebetechnischen Untersuchungen der Kleidung und des Kleideraufbaus können Teile der Oberbekleidung rekonstruiert werden. Durch die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bergkleidung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Mansfelder Land und den angrenzenden Bergrevieren gelingt es, die Kleidung als Puffjacke zu identifizieren, die von Bergmännern mittlerer und höherer Ränge zu festlichen Anlässen getragen wurde. Damit kann die vorliegende Kleidung in ihrer Funktion als tatsächlicher Bergmannshabit von einer nur zu Bestattungszwecken angefertigten Totenbekleidung abgegrenzt werden.

Barocker Stuck aus dem Berliner Schloss - Maltechnische und kunsthistorische Erfassung sowie Konzeptentwicklung für die Konservierung und Lagerung
Poster von Katharina Steegmans, 2015

[PDF]

Ärchäologisches Glas in feuchten Böden - Die "Verbräunung" als mikrobiell induziertes Phänomen im Abbauprozess historischer Gläser - Ein Modellversuch.
Poster von Stefan von Ende, 2015

[PDF]

Masterarbeiten 2014

Eisenentsalzung mit Kompressensystemen an Kompositobjekten - Möglichkeiten und Grenzen.
Masterarbeit von Christine Leßmann, 2014
1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Christian Heinrich Wunderlich

In der vorliegenden Arbeit soll anhand eines archäologischen Klappmessers mit Knochengriff eine Entsalzungsmethode für Kompositobjekte gefunden werden. Probleme bei solchen Objekten treten bei der Aufbewahrung auf, da sie unterschiedliche Anforderungen an die Klimabedingungen stellen, um erhalten werden zu können. Archäologisches Eisen ist durch hydrophile Chloridverbindungen gefährdet, einer Nachkorrosion zu unterliegen und dabei völlig zerstört zu werden, wohingegen Knochen bei zu geringer Luftfeuchte zu schwinden und zu reißen beginnt. Auf eine Entsalzung der Eisenteile solcher Objekte wurde bisher meist verzichtet, da die alkalische Badentsalzung die Organik schädigt oder vollständig zerstört. Es wird die Entsalzung mit Kompressensystemen erprobt, mit dem Ziel vergleichend festzustellen, ob eine Eisenentsalzung damit möglich ist und welches System sich am besten eignet. Dazu werden Versuche an archäologischen Probekörpern durchgeführt und deren Ergebnisse anhand des extrahierten Chlorid- und Restchloridgehalts ausgewertet. Für die Bearbeitung des Messers wird die beste Methode ausgewählt und am Objekt durchgeführt.

Die Dokumentation von Oberflächenphänomenen an einem gefassten Schild aus dem Ethnologischen Museum Berlin – Ein Methodenvergleich zwischen Reflectance Transformation Imaging und Structure from Motion.
Masterarbeit von Franziska Schlicht, 2014
1. Gutachter: Prof. Dr. Thomas Schenk, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Die vorliegende Arbeit behandelt den Vergleich zweier digitaler Dokumentationsverfahren, der Reflectance Transformation Imaging und der Structure from Motion, zur Erfassung komplexer Oberflachen von musealen Objekten. Das Ziel der Arbeit besteht in der Beantwortung der Fragestellung, ob RTI oder SfM fur die Dokumentation eines Kompositobjektes, dem so genannten „Türkischen Schild“ aus dem Ethnologischen Museum Berlin (SMB), geeignet sind und was ihre Eignung ausmacht. Anhand von systematischen Vergleichen der Teilaspekte: Anschaffungskosten, Zugänglichkeit und Einarbeitung in die Methoden, Darstellungsqualitäten und Anwendungen (Ergebnisse), sollen die beiden Methoden verglichen werden.

Mikrobieller Befall von Kulturgütern - Sterilisation Archäologischer Kulturgüter mittels Gammabestrahlung und der Behandlung mit Plasma - Möglichkeiten und Grenzen
Poster von Alena Körting, 2014

[PDF]

Brandspuren an südostasiatischen Bronzen - Zustandsanalysen und Konzeptentwicklung zum Umgang mit den Kleinbronzen des Museums für Asiatische Kunst Berlin
Poster von Elisabeth Bär, 2014
[PDF]

Masterarbeiten 2013

Durchführbarkeit von Risikomanagementsystemen - Eine Masterarbeit der HTW Berlin in Kooperation mit dem Stadtmuseum Ingolstadt
Masterarbeit von Marianne Landvoigt, 2013
1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Frank Reichert, 3. Gutachter: Dr. Gerd Riedel

Schwerpunkt der Präventiven Konservierung ist es, Kulturobjekte schon vor dem beginnenden Verfall zu schützen, anstatt sie anschließend zu restaurieren. In Zeiten von gekürzten Finanzmitteln ist es für staatliche, kulturelle Einrichtungen schwierig auf einem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik zu bleiben. Zudem sind die Gefährdungsmöglichkeiten für Kulturgüter komplex und schwer strukturierbar, so dass oftmals nicht zu entscheiden ist, wie das Budget sinnvoll einzusetzen ist. Zur Lösung dieser Problematik wurden seit den 1980er Jahren unterschiedliche Modelle für Risikomanagementsysteme entwickelt. Diese helfen, einzelne Gefährdungen systematisch zu erfassen und zu bewerten, sodass vermeidbare Risiken abgestellt und Risikopotentiale regelmäßig überprüft werden können. Im Rahmen dieser Abschlussarbeit wird ein Risiko-managementsystem in einer musealen Einrichtung angewendet, und, im Vergleich mit anderen Systemen, hinsichtlich seiner Durchführbarkeit analysiert. Zudem werden vorherrschende Risikopotentiale des Museums herausgearbeitet, bewertet und durchführbare Lösungsansätze zur Minderung entwickelt. Als Kooperationspartner dafür wurde das Stadtmuseum Ingolstadt gewonnen.

Ein nordindischer Miniaturaltar aus dem Ethnologischen Museum Berlin – Materialtechnologische Untersuchungen unter Berücksichtigung traditioneller Herstellungstechniken und Entwicklung eines Konservierungskonzeptes
Masterarbeit von Susanne Litty, 2013
1. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut, 2. Gutachterin: Katrin Specht M.A, 3. Gutachterin: Diplom-Restauratorin (FH) Mira Dallige Smith

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem aus Holz gefertigten und farbig gefassten Miniaturaltar aus dem Ethnologischen Museum Berlin. Die Verwendungs- und Herstellungstradition wird dabei zunächst unter kulturhistorischen Aspekten untersucht. Eine vor Ort in Indien durchgeführte Feldforschung soll Aufschluss darüber geben, inwiefern sich die traditionelle Herstellungstechnik der Altäre verändert hat. Des Weiteren wird das Objekt hinsichtlich seiner Materialtechnologie untersucht. Die ursprünglichen am Objekt verwendeten Materialien sollen identifiziert werden und von den Überarbeitungen, die sich in vielfältiger Form am Objekt zeigen, unterschieden werden. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Herstellungstechnik der Altäre und ihrer Entwicklung zu bekommen sowie ein Konservierungskonzept für den Altar zu formulieren.

Untersuchung zweier Spitzglasbecher aus Deersheim unter besonderer Berücksichtigung der verwendeten DDR-Produkte und der Frage der Neurestaurierung
Masterarbeit von Lony Nickel, 2013
1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Christian-Heinrich Wunderlich

Die folgende Arbeit befasst sich mit zwei in den 70er und 80er Jahren in der Deutschen Demokratischen Republik restaurierten Glasbechern. Bei den Objekten handelt es sich um zwei Spitzglasbecher aus dem 6. Jahrhundert. Die beiden Glasgefäße wurden zwischen 1964 und 1971 in einem Frauengrab in Deersheim (Sachsen?Anhalt) geborgen und mit unbekannten Materialien geklebt und ergänzt. Die Klebungen und Ergänzungsmassen sind heute zum Teil vergilbt, so dass der ästhetische Eindruck der beiden Objekte erheblich beeinträchtigt wird. Der Auftraggeber, das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, legt bezüglich der Ausstellungen sehr viel Wert auf Wahrnehmung, so dass ästhetisch unzulängliche Objekte sich in diese schlecht integrieren lassen. Aus dieser Problematik ergibt sich für die vorliegende Arbeit folgende Fragestellung: „Ist eine ästhetische Beeinträchtigung als Begründung für eine Neurestaurierung ausreichend?“ Auf der Grundlage dieser Frage soll diskutiert werden, inwieweit die Ästhetik bei der Restaurierung und Präsentation von Kulturgut von Belang ist. Für die Beantwortung der Frage, ob die Objekte neu restauriert werden sollen, ist es wichtig zu wissen, welche Restaurierungsmaterialien verwendet wurden, um so die Stabilität der Materialien, den Umfang der Maßnahmen und damit auch die Belastung für die Objekte abschätzen zu können. Es wurden Informationen zu den in der DDR für Glas verwendeten Restaurierungsmaterialien zusammengetragen, um eine eventuell notwendige Entfernung der alten Klebungen und Ergänzungen durch gezielte Informationen zu erleichtern. Die an den beiden Spitzglasbechern verwendeten Restaurierungsmaterialien wurden anschließend naturwissenschaftlich untersucht. Für eine mögliche Neurestaurierung stellt sich die Frage, welche Alternativen es heutzutage zu den zuvor verwendeten Restaurierungsmaterialien gibt. Nach der Prüfung der in der Glasrestaurierung bisher verwendeten Materialien werden die beiden Spitzglasbecher neu restauriert.

Handbücher und Leitfäden in der Restaurierung
Masterarbeit von Dorte Schaarschmidt, 2013
1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Handbüchern und Leitfäden in der Restaurierung. Sie ist in zwei Abschnitte gegliedert. Der erste befasst sich mit vorhandener Literatur aus den verschiedenen Fachbereichen und gibt einen Überblick über Auftreten und Verteilung. Der zweite Teil behandelt Handbücher speziell aus dem Fachbereich archäologisch-historisches Kulturgut und stellt ihre historische Entwicklung dar.

„Original oder Abguss? – Die Samarra-Stucke aus dem Museum für Islamische Kunst Berlin“ Bestandserfassung und Materialbestimmung an Tafeln aus ornamentiertem Stuckgips.
Masterarbeit von Saskia Mariam Sonntag, 2013
1. Gutachterin: Dr. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Die ersten archäologischen Grabungen in Samarra/Irak, der kurzzeitigen Abbasiden-Residenz im 9. Jh. n. Chr., fanden unter der Leitung von Ernst Herzfeld in zwei Kampagnen in den Jahren 1911 und 1912/13 statt. Die meisten der freigelegten Ziegelbauten der Stadt, ob Privathäuser oder Palastbauten, waren im Sockelbereich der Innenräume mit Wandverkleidungen aus ornamentiertem Stuck geschmückt. Von der Grabung sind rund 90 Stucktafeln, bei welchen es sich um ein Originale, aber auch um Gipsabgüsse handelt, in das Museum für Islamische Kunst gelangt, wo sie sich heute zum Teil in der Ausstellung, aber größtenteils in den Depots befinden. Um eine ausführlichere Präsentation in der Zukunft wieder möglich zu machen, wurden die Stucktafeln innerhalb der Masterarbeit ausgiebig untersucht. Nach einer ausführlichen Sichtung und Dokumentation der Bestände wurden ausgewählte Tafeln naturwissenschaftlich untersucht. Im Ergebnis liegen eine Ermittlung von Original und Abguss, eine Analyse der für Original und Abguss verwendeten Materialien sowie wichtige Erkenntnisse zu den Herstellungstechniken vor.

Masterarbeiten 2012

Die Konservierung eines verkohlten Elfenbeinkammes aus Tayma/ Saudi Arabien - Materialuntersuchungen sowie Reinigung und Festigung
Masterarbeit von Leila Asaad, 2012
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Diese Arbeit beschreibt die Untersuchung, Reinigung und Festigung eines verkohlten Elefantenelfenbeinkamms aus Tayma/ Saudi Arabien. Untersucht wurden unter anderem der Erhaltungszustand und alle mit der Verbrennung zusammenhängenden physikalischen und/oder chemischen Veränderungen. Um diese zu bestimmen wurden verschiedene Analysemethoden wie Raman-Spektroskopie, REM und TGA- Analyse angewendet. Der Werdegang für die Reinigung und Festigung wurde experimentell entwickelt. Die normalerweise an Beinobjekten verwendeten Reinigungs- und Festigungsmethoden wurden auf ihre Tauglichkeit für verkohlte Objekte geprüft und ausgewertet. Die Ergebnisse sind in dieser Arbeit festgehalten und bilden somit einen Leitfaden für Restauratoren zur Behandlung ähnlicher Objekte.

Implementierung der Präventiven Konservierung - Erarbeitung eines Zustandskataloges sowie eines Lagerungskonzeptes für einen archäologischen Großfund von Fensterglasfragmenten aus dem ehemaligen Zisterzienserinnen Kloster Zarrentin
Masterarbeit von Jamina Hirschberg, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Wolfgang Müller

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit einem Massenfund aus annähernd 2500 Fragmenten aus archäologischem Fensterglas, welcher Scherben aus verschiedenen Epochen und Fenstern beinhaltet. Das Ziel ist es ein angepasstes Lagerungskonzept mit dem Schwerpunkt auf der Präventiven Konservierung zu erstellen. Hierfür wird über die Erfassung der Zustände ein Bildkatalog erarbeitet aufgrund dessen eine systematische Einordnung der Scherben in selbst definierte Zustandskategorien erfolgt. Diese Kategorien stellen die Grundlage des Lagerungskonzeptes dar. Abschließend werden die hier gesammelten Erfahrungen in Dokumentation, Bearbeitung und Handhabung zusammengefasst und in einem Leitfaden als Hilfestellung für den späteren Umgang mit Glasfragmentfunden dieser Größenordnung dokumentiert.

Mikrobiell induzierte Korrosion an bodengelagertem archäologischen Kulturgut aus Eisen - Konzept eines Versuchs zur Untersuchung des Einflusses für spezifische Fragen der Konservierung und Restaurierung
Masterarbeit von Dominika Lewicka, 2012

1. Gutachterin: Prof. Dr. Anja Pfennig, 2. Gutachter: Dr. Thomas Warscheid

Das Ziel der Masterarbeit ist die Konzeption eines Experiments mit dem es möglich ist, biotisch beeinflusste und definitiv abiotische Korrosionsphänomene an rezenten Probekörpern bei bodenlagerungsähnlichen Bedingungen zu erzeugen, kausal auszuwerten und zu vergleichen. Als theoretische Basis für das Verständnis werden die Teilbereiche archäologische Eisenmetalle, Bodenlagerung und mikrobiell induzierte Korrosion mit Hilfe von Beiträgen unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche in Relevanz zur Fragestellung charakterisiert. Es wird die innewohnende Komplexität des Themas aufgezeigt und ein Experimentmodell vorgeschlagen, das diese unter Beibehaltung realitätsnaher Wechselwirkungen eingrenzt. Obschon der Rahmen der Arbeit die Diskussion naturwissenschaftlicher Phänomene ist, erfolgt diese stets in Bezug auf die zu bewahrenden Werte an archäologischen Objekten. Die Inhalte werden im ersten Teil in Bezug auf archäologische Objekte zusammengetragen, in Teil zwei diskutiert und in Teil drei für die Konzeption und Auswertung des Experiments aufbereitet.

Die Bergung und Restaurierung einer Totenkrone aus dem neuzeitlichen Grab Fst. 48 der Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey im Saarland
Masterarbeit von Christopher Röber, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Das Ziel der Masterarbeit ist die Restaurierung und Konservierung von einer im Block geborgenen Totenkrone aus leonischen Drähten, eines Haarpfeils, einer Perlenkette und textilen Resten. Sie stammen aus dem Grab der Fundstelle 48 der Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey im Saarland. Es wird ein erstes Konzept für die Bergung der Funde aus dem Block erstellt. Nach der Dokumentation der Objektlage im Block und der Entnahme der Funde wird ein zweites Konzept zur weiteren Bearbeitung der Funde und der Konservierung erarbeitet. Es werden RFA-Analysen durchgeführt und verschiedene Möglichkeiten der Restaurierung und Konservierung angeführt und abgewogen.

Ein römisch-fränkisches Glasgefäß mit Sugaring-Effekt – Untersuchungen zur Infiltrationsklebung mit Acrylharzen
Masterarbeit von Verena Schöfer, 2012
1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann, 2. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien

Diese Masterarbeit beschäftigt sich sowohl mit den Zustandsursachen als auch mit der Konservierung und Restaurierung eines römisch-fränkischen Glasgefäßes mit Sugaring-Effekt. Über die Ursachen des Sugaring-Effektes ist bisher wenig bekannt und wird hier durch naturwissenschaftliche Untersuchungen und eine begleitende Literaturrecherche näher betrachtet. Der Schwerpunkt der Masterarbeit liegt auf der Untersuchung zu Infiltrationsklebstoffen für Glasgefäße. Dabei wird speziell auf die Acrylharze Paraloid B-72 und B-48N eingegangen, welche im Zuge von Testreihen auf ihre Klebkraft und ihre optischen Eigenschaften hin analysiert werden. Entscheidend für die Klebkraft der Klebstoffe ist die Variation der Parameter Lösemittel und Applikationsmethode. Weiterhin wird nach einer provisorischen Schutzhülle gesucht, durch die das Gefäß während der anschließenden Freilegung stabilisieren wird.

Bergung des Schädels Konrad von Burgsdorffs und Planungen zu dessen Rekonstruktion
Masterarbeit von Laura Steinmüller, 2012
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die Masterarbeit umfasst die Bergung und Rekonstruktion des fragmentierten Schädels Konrad von Burgsdorffs. Thematisiert werden der schlechte Erhaltungszustand der Knochensubstanz und die damit einhergehende Problematik bei der Bergung. Den konservatorischen und restauratorischen Schwerpunkt bildet die Erprobung und der Einsatz des flüchtigen Bindemittels Cyclododecan als temporäre Stabilisierungsmaßnahme. Einen zusätzlichen Fokus setzt die Arbeit auf die Rekonstruktion, die aus der Heftung einzelner Schädelteile und einer virtuellen Komplett-Zusammensetzung anhand von CT-Datensätzen besteht. Letztere wird durch die Kooperation mit dem German Mummy Project ermöglicht und dient als Basis für eine Gesichtsweichteilrekonstruktion.

Die Restaurierung von Textilien des 17. Jahrhunderts aus der Burgsdorff´schen Gruft Berlin-Mitte - Die Freilegung, materialcharakteristische Zuordnung und präventive Konservierung fragmentierter Kleidungsreste aus Seide mit Metallfäden
Masterarbeit von Frieda Wolf, 2012

1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Textilen Funden aus Bestattungen kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie sind aus ethischer Sicht nicht dazu bestimmt, wieder ans Tageslicht zu gelangen. Dennoch bieten textile Kleidungsreste für die archäologisch-kulturhistorische Forschung wertvolle Informationen. Bei den Textilien des Grabes 356 aus der Burgsdorff´schen Adelsgruft in Berlin-Mitte handelt es sich um fragmentierte Reste der Bekleidung des Ludwig von Canitz, bestehend aus Seidengewebe mit Metallfäden aus dem 17. Jahrhundert. Aufgrund verschiedener Umgebungsparameter sind die Textilien in einem sehr schlechten Erhaltungs-zustand. Das fragile Gewebe ist stark gefährdet, weiter abgebaut zu werden. Demzufolge liegt neben der Detailbestimmung und der Sicherung des langfristigen Erhalts der textilen Kleidungsreste, der Fokus auf der Entwicklung eines Reinigungskonzeptes, in welchem die Methode der Reinigung mittels eines Airbrushsystems erprobt wird. Im Anschluss an die restauratorische Arbeit ermöglichen die Kleidungsreste durch die Herstellung ihrer Lesbarkeit eine kulturhistorische Einordnung. Durch die Erstellung eines nachhaltigen Ausstellungs- und Lagerungssystems werden die textilen Fragmente konserviert.

Glasmodelle der Blaschka-Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin – Grenzen und Möglichkeiten der konservatorischen Bearbeitung
Masterarbeit von Ina Scheunemann, 2012
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Wolfgang Müller

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Konservierung und Restaurierung von sechs der insgesamt 40 Glasmodelle der Blaschka Sammlung des Museum für Naturkunde Berlin. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Identifizierung der Materialien und des Aufbaus, um darauf basierend geeignete Maßnahmen zur Konservierung zu entwickeln und anzuwenden. Hierfür wurden instrumentelle Untersuchungsmethoden wie Röntgenfluoreszenzanalyse, Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie und energiedispersive Röntgenspektroskopie genutzt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines neuen Montagesystems und Lagerungskonzeptes. Basierend auf den Ergebnissen wird ein Leitfadens zum Umgang mit den Modellen erstellt, welcher für die gesamte Sammlung Gültigkeit besitzt.

Masterarbeiten 2011

Die Konservierung eines feucht gelagerten Kompositobjektes aus Holz, Leder und Metall - Der barockzeitliche Sarg der Charlotte Luise von Canitz (Sarg 372) vom Schlossplatz Berlin
Masterarbeit von Sabine Beck, 2011
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut

Die Masterarbeit befasst sich mit der Konservierung von feucht gelagerten Kompositobjekten aus Holz, Leder und unterschiedlichen Metallen. Dabei werden am Beispiel des Sarges der Charlotte Luise von Canitz (Sarg 372), der 2009 auf dem Schlossplatz Berlin Mitte gefunden worden ist, mögliche Konservierungsmethoden unter Einbeziehung des Erhaltungszustandes diskutiert. Weiterhin wird, in verschiedenen Versuchsreihen, die gewählte Polyethylenglycol-Behandlung getestet und versucht, durch Anpassen unterschiedlicher Parameter, die Korrosion von Metallen in den Konservierungsbädern zu hemmen. Abschließend wird eine Konservierungsmethode mit PEG-Tränkung und Gefriertrocknung vorgestellt.

Acht Bleibronzemünzen aus Petra (Jordanien) - Fragen zum Umgang mit Konservierungsmethoden in anderen Klimazonen
Masterarbeit von Joana Denien, 2011
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Das Ziel dieser Masterarbeit ist es ein geeignetes Beschichtungssystem für Bronzen zu finden, die anderen klimatischen Bedingungen standhalten müssen, als hierzulande. Voraussetzung hierfür stellt die Restaurierung von acht Bleibronzemünzen aus Petra (Jordanien) dar, die im Jahre 2008 bei Ausgrabungen des DAI gefunden worden sind. Im Rahmen der historischen Einordnung der Münzen wird zu Beginn auf die Numismatik zurück gegriffen. Anschließend werden die Münzen mittels Skalpell von Sand und Korrosion befreit und naturwissenschaftlich untersucht. Um die genaue Materialzusammensetzung zu ermitteln, wird eine Röntgenfluoreszensanalyse durchgeführt. Da die Münzen abschließend konserviert werden, erfolgt eine Probereihe zur Ermittlung des bestmöglichen Beschichtungssystems. Hierfür werden verschiedene Klebstoffe und Wachse Hitze, Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt. Überprüft wird, ob sich die Beschichtungen verändern oder vermischen, wodurch eine Gefährdung der Bronze entstehen könnte.

Sieben verschiedene Materialien, ein Sarg. Untersuchungen zum Material und Aufbau eines barocken Kindersarges der Schlossplatzgrabung Berlin, Mitte, unter Einbeziehung weiterer Kindersärge aus dem Grabungskontext und Betrachtung ethischer Fragestellungen
Masterarbeit von Ilona Hinneburg, 2011    
                                                                     
1. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut, 2. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien

Der vorliegenden Masterarbeit liegen drei barocke Kindersärge zugrunde, die aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen. Die Kindersärge wurden 2009 vom Landesdenkmalamt Berlin und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte, auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Stadtschlosses geborgen. Nach einer kurzen Diskussion über den ethischen Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung und des Umgangs mit menschlichen Überresten, erfolgt die Untersuchung des materiellen Aufbaus der Särge. Dabei wird vertieft auf die einzelnen Materialien des Sarges 372 eingegangen und es wird versucht seine Herstellung anhand der Bearbeitungsspuren nachzuvollziehen. In diesem Zusammenhang werden wiederholt kulturhistorische Vergleiche zu den anderen beiden Kindersärgen und der Fachliteratur hergestellt.

Verkohlte Pflanzenfaserobjekte aus Tayma - Fragestellungen der Konservierung und Restaurierung 
Masterarbeit von Natalie Lehnhardt, 2011 
1. Gutachterin: Prof. Alexandra Jeberien, 2. Gutachter: Dr. Stefanie Scheerer

Gegenstand der Masterarbeit sind verkohlte Pflanzenfaserkörbe und -seile aus dem 1.Jht.v.Chr. Sie sind 2008/2009 vom Deutschen Archäologischen Institut in Tayma (Saudi Arabien) geborgen worden. Vorab haben Voruntersuchungen, wie die Salzgehaltbestimmungen, die Röntgenfloureszens-analyse, die Thermograviemetrie und die Rasterelektronenmikroskopie Aufschluss über den Aufbau, die einzelnen Bestandteile und den Zerstörungsgrad der Fasern gegeben. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden im Laufe der Arbeit vorgestellt. Durch die Untersuchungen der Herstellungstechnik und des Verbrennungsprozesses konnten zum einen Rückschlüsse auf den Erhaltungszustand der Objekte gezogen werden. Zum anderen sind konnten mit Hilfe von Testdummies weitere, physikalische Untersuchungen wie die der Biegezug-festigkeit, des Lösungs- und Festigungsverhaltens durchgeführt werden. Auf der Grundlage der Tests ist anschließend das Konzept für die Restaurierung und Konservierung der verkohlten Objekte erstellt und schließlich umgesetzt worden. Zudem erfolgte eine Auswertung von Klimadaten, die zur Wahl eines geeigneten Lagerungskonzeptes herangezogen wurden.

Lesbarmachung von Text einer Babylonischen Bleirolle
Masterarbeit von Katrin Lück, 2011
1. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann, 2. Gutachter: Prof. Dr. Walter Reimers

Die Master Thesis behandelt die Lesbarmachung von Text auf einer Bleischriftrolle. Dabei liegt der Fokus auf einer nicht invasiven Methode um Materialverlust vorzubeugen und die Schriftrolle somit zu erhalten. Die Schwierigkeit in diesem Projekt liegt bei dem Trägermaterial Blei, welches aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften Strahlung überwiegend absorbiert. Mit einem geeigneten Mikro-CT-Gerät kann die Schriftrolle gescannt werden. Die erhaltenen Daten werden mit einem Computerprogramm zur planaren Darstellung gerollter Objekte bearbeitet, um die Rolle virtuell zu entrollen und somit den Text lesbar zu machen.

Masterarbeiten 2010

Ausgewählte islamische Metallgefäße aus den Staatlichen Museen zu Berlin
Masterarbeit von Mahmud Ibrahim, 2010
1. Gutachter: Prof. Dr. Matthias Knaut, 2. Gutachter: Prof. Dr. Claus-Peter Haase

Das Objekt meiner Arbeit ist eine Schale, hergestellt aus Bronze, die aus der Region Nischapur im Iran stammt. Sie wurde vom Museum für islamische Kunst Berlin zur Verfügung gestellt. Der Direktor des Museums Herr Prof. Dr. Claus-Peter Haase hat sie für diese Masterarbeit bereitgestellt. Durch einen Schlag an der Unterseite fehlt ein großer Teil des Bodens der Schale. Ziel der Restaurierung ist die Entfernung der Korrosionsprodukte und die Freilegung eines Teils der Schalenoberfläche. Es folgt ein Versuch, das Stück in einigen Bereichen zu ergänzen. Nach der Freilegung und Ergänzung einiger Proben von der Oberfläche wird die Schale mit einem Überzug aus Lack und Wachs vor Neukorrosion geschützt. Dadurch werden verschiedene Materialien und Geräte zur Freilegung, Ergänzung und Konservierung verwendet. Die Arbeit wurde in einem Arbeitsraum der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft durchgeführt.