Masterarbeiten

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Masterarbeiten 2017

Biozidbelastetes Leder eines historischen Blasebalgs: Reinigung und oberflächennahe Dekontamination, Evaluation des CO2-Schneestrahlverfahrens
Masterarbeit von 
René Otto, 2017

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachter: Prof. Dr. Achim Unger

In der Masterarbeit werden grundlegende Aspekte zu den Auswirkungen und der Anwendbarkeit des CO2-Schneestrahlverfahrens an stark degradiertem Leder am Beispiel eines Blasebalgs aus einer Schmiede bei Peitz in Brandenburg untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der Oberflächendekontamination und -reinigung des mit DDT belasteten Leders. Umfangreiche Untersuchungsergebnisse zu den Materialien, Bearbeitungs- und Nutzungsspuren sowie dem Erhaltungszustand sind Basis für die Vorüberlegungen zu einem Behandlungskonzept. Für den weiteren Umgang mit der Biozidbelastung werden verschiedene Lösungsvorschläge gemacht. Erkenntnisse zum technikgeschichtlichen Umfeld und der Funktionsweise des Objektes geben wichtige Impulse für die zukünftige Präsentation des Objektes.

Ventilatoren der Heizungsanlage des Weißen Saals im Berliner Schloss
– Vermittlung im „Archäologischen Fenster,“ Fragen der Wahrnehmung und Oberflächenbehandlung, Planung der Langzeiterhaltung mittels Monitoring

Masterarbeit von
Kathrin Maria Strobl, 2017
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachter: Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff

Die fast über 50 Jahre verschütteten und anschließend ein Jahrzehnt lang schutzlos der Witterung ausgesetzten Ventilatoren einer Heizungsanlage gehören zu den letzten Überresten des Berliner Stadtschlosses in Berlin-Mitte. Sie wurden als „technische Zeitzeugen“ geborgen und werden nun konserviert, um sie im Humboldt-Forum, das auf dem Areal des ehemaligen Stadtschlosses und später des Palastes der Republik errichtet wurde, als Stellvertreter der technischen Ausstattung des Schlosses einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik stark korrodierten Stahlblechs und Gusseisens. Es werden die Reinigung, die Festigung, eine mögliche nötige Beschichtung und die Langzeiterhaltung der Objekte diskutiert. Zu Zwecken der Wahrnehmung wird ein Konzept erarbeitet, welches auch ästhetische Aspekte der Präsentation miteinbezieht, die dem Verständnis und der Wertschätzung der Ausstellungsstücke durch die BetrachterInnen entgegenkommen.

Masterarbeiten 2016

Historische Zentralheizungen im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci. Erfassung des Bestandes, Konzept und Planung der Erhaltung zweier Gliederheizkessel.
Masterarbeit von Daniel Bartels, 2016

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachter: Diplom-Restaurator (FH) Dietmar Linke, M.A.

Zentraler Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind zwei sog. Gliederheizkessel, die um 1900 unter Kaiser Wilhelm II. im Zuge von umfangreichen Modernisierungsarbeiten im Neuen Palais eingebaut wurden, um vom Keller aus die darüber liegenden Festsäle mit Wärme zu versorgen. Ziel der Arbeit ist, den kulturellen Wert dieser technischen Sachzeugnisse auf verschiedenen Ebenen herauszustellen. Auf Grundlage eines entsprechenden Konzeptes sowie eingehender Zustandserfassung und Materialanalysen werden Überlegungen hinsichtlich Möglichkeiten einer Präsentation sowie eines konservatorischen Maßnahmenkataloges vorgestellt. Ein zentrales Problem stellt hierbei der Umgang mit asbesthaltigen Materialien dar. Im Rahmen der Dokumentation werden mittels Photogrammetrie digitale 3-D-Modelle erstellt, um die Objekte u.a. freistehend visualisieren zu können. Des Weiteren wird eine Übersicht über den gesamten Bestand an erhaltener historischer Zentralheizungstechnik erarbeitet.

Matte Außenfläche des Sendewagens H3E, historische Relevanz und Umgang mit großflächig vorhandenen Retuschen eines LG 3000.

Masterarbeit von Nadja Krautschick, 2016

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachterin: Diplom-Restauratorin Felicitas Klein

Der Sendewagen H3E des Models LG 3000 aus dem Jahr 1938 stellt sich aufgrund seiner wechselhaften Geschichte als sehr komplexes Objekt dar. In der jüngeren Vergangenheit fanden Retuschearbeiten an der Außenhaut statt, welche sich negativ auf die Wahrnehmung des Objekts auswirkten. Gegenstand dieser Masterarbeit ist daher der konservatorische und restauratorische Umgang mit diesen bereits vorhandenen Retuschen. Im Fokus der Konzepterstellung liegt dabei einerseits die Gewichtung des historischen Kontextes für den restauratorischen Umgang und andererseits eine fundierte Beurteilung der vorhandenen Retuschen. Anhand einer Probefläche der Außenhaut wurde eine geeignete Methode für die erneute restauratorische Bearbeitung eruiert. Die matte und monochrome Oberfläche der Beschichtung stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Ziel war es, die störenden Bereiche optisch in die Gesamtoberfläche einzufügen.

Die Überwachungszeichen staatlich geprüfter Isolierpressstoffe
und ihre Bedeutung als historische Quelle
Masterarbeit von 
Dietmar Linke, 2016

1. Gutachter: Prof. Dr. Stadelmann, 2. Gutachter: Prof. Dr. Brüggerhoff

Die vorliegende Masterarbeit thematisiert die Entwicklung von Isolierpressstoffen und ihre Prüfung in der Elektrotechnik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die vom Staatlichen Material-Prüfungsamt Berlin-Dahlem fortlaufend modifizierten Angaben im Überwachungszeichen, das eingeprägt in die Isolierpressteile der historischen Artefakte uns als Kürzel begegnet, werden als schriftliche Quelle für die Zeit ab der Einführung des Überwachungszeichens 1925 bis zu seiner Wiedereinführung 1951 zugänglich gemacht.
Es werden die Gründe für die Einführung des Zeichens als Qualitätslabel, das vorwiegend auf elektrischen Isolierstoff-Pressteilen aus Kunststoffen (Duroplasten) angebracht ist, erläutert; der engen Verflechtung der Normung mit der Entwicklung und Bedeutung der verwendeten Materialien wird nachgegangen.
Die Änderungen der Normen, die im Überwachungszeichen ihren Niederschlag finden, bilden den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit. Aus den primären Quellen können die vielfältigen Informationen als Quellenwert gewonnen werden, die im Zeichen codiert angegeben sind. Wie die wichtigsten Informationen, die Angaben zum Hersteller des betreffenden Pressteils, des verwendeten Materials und des Herstellungszeitraums, stets historisch eingegrenzt, zu ermitteln sind, wird an ausgewählten Beispielen gezeigt.
Für Technikhistoriker, Museums- und Sammlungskuratoren, Restauratoren des Technischen Kulturgutes und von Modernen Materialien bietet dieser Informationsgewinn eine wertvolle Erweiterung für die Datierung und Materialbestimmung, für Objektforschung insgesamt.

Material und Design, Tischventilatoren von 1930 - 1970 im Vergleich

Masterarbeit von Laura Urban, 2016

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachter: Dr. Dr. h. c. Günther Lattermann

Gegenstand der Masterthesis ist eine umfangreiche Sammlung von Tischventilatoren, deren einzelne Objekte zwischen 1930 und 1970 zu datieren sind. Im Fokus der Arbeit steht die objektgeschichtliche Erforschung der Sammlung, wobei die Identifizierung der in der Sammlung vorliegenden Kunststoffe einen Schwerpunkt bildet. Nach einer detaillierten Einführung in Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie, wird anhand exemplarisch ausgewählter Objekte die Interpretation der entsprechenden Spektren erläutert.
Einen zweiten Schwerpunkt stellt die Analyse und Interpretation der verschiedenen Designs der einzelnen Ventilatoren dar. Die Ergebnisse der Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie helfen bei der Erforschung von Zusammenhängen zwischen verwendeten Materialien und der Formgestaltung der Objekte.

Masterarbeiten 2015

Im Auge des Betrachters. Restaurierung & Konservierung der Außenfläche eines Süßwarenautomaten auf Basis wahrnehmungstheoretischer Erkenntnisse.
Masterarbeit von Edda Aßel, 2015

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachterin: Dipl.-Rest. Felicitas Klein, 3. Gutachter: Dr. Roman Hillmann

Gegenstand der Masterarbeit ist die konservatorische Bearbeitung der Außenhaut eines Berliner Süßwarenautomaten aus den späten 1920er Jahren. Im Fokus steht die Entwicklung eines Konzepts zur Bearbeitung der historischen Beschichtung auf der Basis wahrnehmungstheoretischer Erkenntnisse.
Nach Dokumentation, historischer Kontextualisierung und materialtechnischer Untersuchung des Warenverkaufsautomaten und seines Lackes, werden Tendenzen der visuellen Wahrnehmung gesammelt und ausgewertet, um dann schließlich mit dem Erhaltungskonzept verknüpft zu werden. Geeignete Methoden zum Erhalt der geschädigten Beschichtung werden diskutiert und exemplarisch erprobt.

Masterarbeiten 2014

Mattigkeit, Glanz und Tiefenlicht an den Außenflächen eines Lastwagens.
Masterarbeit von Nathalie Grusdew, 2014

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller M.A., 2. Gutachterin: Diplom-Restauratorin Felicitas Klein

Die Karosserie des Wittler- Brotwagens, eines elektrobetriebenen Lieferfahrzeugs der Großbäckerei „Wittler-Brot“ von 1942, wurde gezielt zu Werbezwecken eingesetzt und dementsprechend gestaltet. Diese Arbeit befasst sich mit der konservatorischen Bearbeitung der Außenflächen des Fahrzeugs. Neben dem Erhalt des Wagens, ist das Ziel, seine gestalterischen Elemente und historische Dimension in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen. In diesem Zusammenhang liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Frage nach dem Umgang mit einer überreinigten Oberfläche. Was gilt, nach restauratorischen Gesichtspunkten, als Überreinigung und wie kann man mit einem solchen Zustand umgehen? Die Folge dieser Überlegung ist die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Firnissen zur Mattierung einer Lackoberfläche.

Masterarbeiten 2013

Stabilisierung holzschliffhaltiger, gealterter Papiere unter Verwendung elektronenstrahlvernetzender Monomere im Einzelblattverfahren
Masterarbeit von Siobhan Piekarek, 2013

1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Diplom-Physiker Wolfgang Nedon, 3. Gutachter: Wolfgang Schwarz

Die Arbeit setzt sich mit einer innovativen Methode der Konservierung vor dem Hintergrund eines massetauglichen Verfahrens zur Stabilisierung abgebauter Papiere auseinander. Sie orientiert sich dabei an bereits im Bereich der Papierkonservierung zur Anwendung kommende, präventive Massenverfahren und Systeme, die von außen oder innen die Papiere stützen. Es besteht die Herausforderung, eine gewisse Grundfestigkeit wiederherzustellen, ohne den Charakter des Papiers zu verändern. Ausgehend von einem Grundverständnis für das Material und dessen Zustand wird nach einer Möglichkeit zur Stabilisierung mittels fluider, radikalhärtender Mono- oder Polymere geforscht, welche zwischen die Fasern gebracht und anschließend durch Elektronenbestrahlung in situ vernetzt werden.

Masterarbeiten 2012

Flexibler Spannungsausgleich in Kunstleder - Schließen von Rissen und Fehlstellen im Textil und seiner Beschichtung
Masterarbeit von  Caroline Petrahn, 2012
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Das Schließen von Rissen und Fehlstellen im Kunstleder, am Beispiel der Rückenlehne des Hochfrequenz-Endstufenfahrzeugs H3E, aus der mobilen Sendeanlage „Heinrich“ der Sammlung Deutsches Technikmuseum Berlin, ist Thema dieser Arbeit. Das Kunstleder der Polsterung setzt sich aus einem Baumwollgewebe mit geprägter Cellulosenitratbeschichtung zusammen. Im Zuge einer Altrestaurierung wurden Risse und Fehlstellen geschlossen. Dabei entstanden an einem größeren Fehlstellenbereich Spannungen, die sich durch Verwerfungen und Unebenheiten bemerkbar machten. Ziel ist es, diese Spannungen auszugleichen und die Oberfläche zu schließen. Zur Annäherung an die Problematik wird zunächst beschrieben, wie Kunstleder entstanden ist, welche Arten es gibt und wie es hergestellt wurde. Dabei stehen die, an der Rückenlehne verwendeten Materialien im Vordergrund. Die Abbauprozesse, die bei der Alterung von Kunstleder eine Rolle spielen, werden erläutert. Nach der Dokumentation der Rückenlehne wird ein Restaurierungskonzept erarbeitet. Aus verschiedenen Bereichen der Restaurierung wird der Forschungsstand beschrieben, der sich mit dem Schließen von Rissen und Fehlstellen in Textil beschäftigt, um daraus geeignete Maßnahmen für das Kunstleder der Rückenlehne zu evaluieren und an die Gegebenheiten anzupassen. Mithilfe von Probereihen werden die Methoden und Materialien auf ihre Eignung hin überprüft und schließlich exemplarisch an der Rückenlehne durchgeführt.


Mogelpackung statt Kautschukballen. Stabilisieren der natürlichen elastomeren Verkleidung über einer Holzkonstruktion
Masterarbeit von Natalie Kesik, 2012
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Diplom-Restaurator (FH) Dietmar Linke

Gegenstand dieser Master-Thesis ist die exemplarische Restaurierung eines Kautschukballens aus dem Hafenmuseum Hamburg. Dieser Ballen ist eine "Mogelpackung", ein Zeugnis über betrügerische Methoden im Sinne der Profitmaximierung. Neben der Darstellung des kulturgeschichtlichen Kontextes liegt der Schwerpunkt auf der Restaurierung dieses Kompositobjekts. Hier wurden konservatorische Methoden für den Umgang mit degradiertem Naturkautschuk aufgezeigt. Auf die Dokumentation und das Konzept zur Konservierung folgt die Beschreibung der durchgeführten Probereihen. Diese vergleichen Klebstoffe und HInterlegungsmaterialien zur Klebung. Anhand derer konnte ein System der Festigung entwickelt und auch erfolgreich an den Fellen des Ballens angewendet werden. Die Herausforderung bestand in der Festigung von zum Teil sehr stark klebrigem Material. Am Ende dieser konservatorischen Arbeiten steht die Drapierung der Felle um die Kiste und ihre Befestigung an derselben. Die Mogelpackung soll in ihrer ursprünglichen Funktion, vielleicht auch erst auf dem zweiten Blick, wieder erkennbar sein. Bezüglich der Ausstellung im Depot des Hafenmuseums werden Maßnahmen für die präventive Konservierung vorgeschlagen.


Gusseiserne Stützen der preußischen Industriearchitektur. Reversibler Korrosionsschutz für die Bewitterung im Freien
Masterarbeit von Julia Reschke, 2012
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Dr. Stefan Brüggerhoff

Die vorliegende Masterarbeit setzt sich mit der Thematik des transparenten und reversiblen Korrosionsschutzes und seiner Eignung für den Einsatz auf freibewittertem Gusseisen, am Beispiel dreier Stützen des ehemaligen Zentral Vieh- und Schlachthof Berlin, auseinander. Es entwickelte sich die Idee, diese Konstruktionselemente der Berliner Industriearchitektur auf dem Campus der HTW Berlin aufzustellen und unter der Obhut des Studiengangs Konservierung und Restaurierung zur Erforschung von transparenten und reversiblen Korrosionsschutzsystemen zu nutzen. Durch die Erfassung und Dokumentation des Zustandes, werden einleitend die einzelnen Stützen vorgestellt. Darauf folgt eine Aufarbeitung des kulturhistorischen Kontextes, mit dem Schwerpunkt auf das Material Gusseisen, dessen Verarbeitung und den Einsatz in der Architektur. Grundlagen und Bedingungen zur Beschichtung von Metall zum Schutz vor Korrosion werden dargelegt und mit in die Auswahl der Produkte einfließen gelassen. Des Weiteren wird sich mit der Korrosion des Metalls in der freibewitterten Umgebung auseinandergesetzt und die Möglichkeiten des Schutzes evaluiert. Ausgewählte Materialen werden durch künstliche Bewitterung auf ihre Eignung mittels optischer und instrumenteller Methoden bewertet. Aus den gewonnen Ergebnissen werden abschließend Empfehlungen für die Beschichtung der einzelnen Stützen und dem damit einhergehenden Monitoring ausgesprochen.

Biozidbelastete Schokoladenfiguren. Nachweis der Kontaminierung und Aufbewahrung als Kulturgut
Masterarbeit von Anja Wagenknecht, 2012
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Prof. Dr. Christian Stadelmann

Gegenstand dieser Masterarbeit sind weihnachtliche Schokoladenfiguren aus dem Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin, die den Verdacht hegen ausgehend von ihrer Anfälligkeit für Schädlinge mit bioziden Wirkstoffen in Berührung gekommen zu sein. Aufzeichnungen bzw. Informationen, ob, wann und mit welchen Wirkstoffen die Schokoladenfiguren behandelt wurden, gibt es allerdings nicht. Einzig optische Wahrnehmungen sprechen dafür. Insoweit wird im Rahmen dieser Arbeit die mögliche Exposition mithilfe naturwissenschaftlicher Analysemethoden untersucht. Darüber hinaus ist auch die Suche nach geeigneten Aufbewahrungsmöglichkeiten und Aufbewahrungsbedingungen für die ephemeren, nunmehr musealen Schokoladenfiguren ein weiterer wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit.

Masterarbeiten 2011

Schadstoffbelastungen an einem Musikautomaten: Untersuchungen zur Stabilisierung der Bleielemente in einem Polyphon um 1900
Masterarbeit von Franziska Bergmann, 2011
1. Gutachterin: Prof. Ruth Keller, 2. Gutachter: Dr. Thomas Lerch

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine Plattenspieluhr der Firma Polyphon aus der Zeit um 1900. Ausgangspunkt der Untersuchungen an diesem Musikinstrument ist der fragile Zustand mit starken Korrosionserscheinungen der Bleigewichte des Tonkamms. Durch die Einwirkung von Essigsäure, welche im Polyphon durch Eichenholz emittiert wird, kommt es dort zu einer interkristallinen Korrosion mit Materialverlust. Nach Untersuchungen des Zustands und der Ursachen wird anhand konzeptioneller Überlegungen diskutiert, wie mit dem Objekt und der Bleikorrosion umgegangen werden kann. Die Problematik liegt in der Evaluierung geeigneter Maßnahmen, um die Bleigewichte zu konservieren. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beschichtung der korrodierten Bleioberfläche, bei der eine ausreichende Haftung zum Metall und ein Schutz der Beschichtungsstoffe vor chemischen Einwirkungen gewährleistet werden muss. Neue Ansätze werden in der Verwendung von Inhibitoren und Reaktionsklebstoffen entwickelt und in Versuchen getestet.